Design-Laptops: Persönlichkeit per Ledertop - DER SPIEGEL
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Design-Laptops Persönlichkeit per Ledertop

Soll der Computer zum Ausdruck der Persönlichkeit werden, darf er nicht wie die Geräte aller anderen aussehen. Die Industrie stellt sich vor, Nutzer gierten nach Leder- und Fellbezügen. Wer unermüdlich tippt, kann das Gerät mit seinem Schweiß personalisieren.
Von Stefan Schmitt
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Coffee, Pink und Peach heißen die drei Farben, in die das Subnotebook S6F von Asus gewandet ist. Bloß sind es weder Plastik- noch Metallelemente, die diese Farbtupfer tragen. Die Oberseite des Deckels und die untere Innenseite bis zur Tastatur sind mit Tierhaut bespannt. Ein allgegenwärtig gültiges Fetischgesetz scheint die Optik teurer Tragbarcomputer voranzutreiben: Nach Modellen im Lack-Look sind es nun Leder-Laptops, mit denen - gut betuchte - Kunden sich von der grau-schwarz-anthraziten Masse absetzen sollen.

Echt Leder, ja, das sei ganz edel, bestätigt die Dame am Cebit-Stand des taiwanesischen Unternehmens. Und einzigartig, eben ein Naturprodukt. "Da kann man auch nicht ausschließen, dass sich mit der Zeit die Handablage ein wenig verändert", sagt sie. Aber mit ein wenig Lederpflege sollten sich die Spuren schwitziger Handballen in Grenzen halten lassen. "Stellen Sie sich das vor wie das Lederarmband einer Uhr, das verändert sich ja auch mit der Zeit."

Ist das dann ärgerlich oder gar die wahre Personalisierung? Preise für das S6F und sein ebenfalls lederbezogenes größeres Pendant W6F (in vier Lederarten erhältlich) stehen zwar noch nicht fest. Aber, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, ist der Kauf eines solchen persönlichen Distinktionsgeräts keine besondere Leistung - in dasselbe durch wiederholtes mühevolles Tippen persönliche Handballen-Abdrücke hineinzuschwitzen hingegen schon.

So gesehen ist das Ego-Notebook von Tulip Computers aus den Niederlanden der Gegenentwurf, ein Lederlaptop für schnelllebige Zeitgenossen: Auch hier kann der Nutzer sich zwischen unterschiedlichen Farben und Maserungen entscheiden. Im Lieferumfang des beinahe 4000 Euro teuren Geräts sind aber gleich zwei Deko-Deckschalen enthalten. Das Ego lässt sich ähnlich leicht umkleiden wie eine Barbie oder ein Teenagerhandy. Black oder Chaps Brown heißen die beiden Hüllen für das Teil.

Eine Modepuppe am Rande des Cebit-Stands von Tulip trägt den Ego per Trageriemen lässig über der Schulter. Auch mit seinem Henkelgriff erinnert das rundliche Gerät stark an eine Damenhandtasche - und damit an Apples iBooks der späten neunziger Jahre. Auch die waren rund und knuffig, kamen aber bloß einfarbig daher, anders als die Wechselhüllen des Ego.

Auch sogenannte "Skins" aus Alcantara und buntem Kunststoff sind erhältlich. Wie die Geräte selbst werden sie ab April zunächst per Webshop verkauft - ein möglicher Hinweis darauf, dass noch Vertriebspartner von der Idee personalisierter Edellaptops überzeugt werden müssen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Hersteller die Ego-Reihe einmal angekündigt - für den letzten Herbst.

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