Devolo Microlink dLan Audio Musik aus der Steckdose
Der Drahtsalat nimmt zu. Auch in Privathaushalten sorgt die zunehmende Vernetzung von Rechnern, Stereoanlagen und Fernsehern für Kabelchaos. Der deutsche Hersteller Devolo bietet eine Alternative: Über die Steckdose können Modems, PCs und andere Endgeräte das Stromnetz zum Datenaustausch nutzen. Jetzt wird das System auch für die Übertragung von Audiodaten angeboten.
Das Prinzip ist nicht neu: Dem normalen Netzstrom wird ein zusätzliches Signal aufgeprägt, mit dem Daten übermittelt werden können. Während sich das "Powerline-Internet" aufgrund technischer Probleme nicht hat durchsetzen können, beschränkt sich direct Lan (dLan) auf den Nahbereich innerhalb des Hauses. Nützlicher Nebeneffekt: Der Stromzähler fungiert dabei als eine Art Hardware-Firewall.
Wer seinen Nachbarn dennoch nicht traut, kann seine Daten mittels beiliegender Software verschlüsseln - das gilt laut Devolo auch für Audiodateien. Ein Anwendungsbeispiel: Auf dem PC im Arbeitszimmer laufen Mp3s, über die Steckdose wandert die Musik ins Stromnetz, im Bad sind an einen weitern MicroLink-Stecker über Cinch oder Klinke Aktivboxen angeschlossen. Die Verbindung funktioniert auch zwischen Stereoanlage und Zusatzboxen - ganz ohne PC.
Weil die Stecker auch einen Mikrophoneingang haben, kann man sich mit dem System theoretisch auch eine kleine Sprechanlage ins Haus bauen - vielleicht um die Kinder morgens aus dem Bett zu werfen.
Voraussetzung für Devolos dLan ist natürlich, dass genügend freie Steckdosen zur Verfügung stehen. Man kann die blauen Stecker zwar an einem Verlängerungskabel betreiben - aber das reduziert unter Umständen die Übertragungsrate von maximal 14 mbit/s. Außer der Konkurrenz um die knappen Steckdosen soll das System aber keine Gerätekonflikte verursachen, verspricht Devolo.
Bei einem empfohlenen Kaufpreis von knapp 150 Euro pro Adapter wird sich der eine oder andere dann aber wohl doch mit dem guten alten Kabelsalat abfinden.