Digitale Assistenten: Virenangriff auf Palms - DER SPIEGEL
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Digitale Assistenten Virenangriff auf Palms

Virusattacken treffen nicht nur Computer: Ein finnisches Anti-Virus-Unternehmen hat jetzt so genannte Trojaner, virusähnliche Hack-Programme, auf den elektronischen Organizern Palm entdeckt.
Von Anna Rupp
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die potenzielle Bedrohung bestand schon lange. Mini-Computer und elektronischer Notizblock in einem, sind Personal Digital Assistents (PDAs) immer häufiger auch mit dem Internet verbunden. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass Viren auch auf "Handhelds" auftauchen würden.

Nun ist zum ersten Mal ein virus-ähnliches Programm auf mehreren Palms aufgetaucht. Eigentlich unabsichtlich geriet der "Trojaner" - ein Hack-Programm, das sich im betroffenen Gerät "einnistet" und von dort aus Software zerstören kann - in Umlauf.

Der Schwede Aaron Ardiri, freier Programmierer von Palm, bastelte "Liberty Crack", ein Hack-Programm, das Spiele und Programme, die sich der Benutzer selbst auf das PDA geladen hat, vernichten kann, mit völlig unverdächtigen Motiven. "Eigentlich dachte ich, es sei eine coole Idee und ich schickte es einigen Leuten", erzählt Ardiri. "Naja, einer von diesen vier bis fünf Leuten, denen ich dachte, vertrauen zu können, hat sich wahrscheinlich auch gedacht, dass es eine coole Idee ist." So geriet "Liberty Crack" in die Freiheit, ausnahmsweise einmal ohne jede böse Absicht des Erfinders.

"Das ist nur der Anfang einer Attacke auf 'Handhelds'", glaubt Mikko Hypponen, Manager der Anti-Virus-Forschung bei dem finnischen Unternehmen "F-Secure". Er erwartet innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate ernsthafte "Virusinfektionen" von Palms und ähnlichen Geräten.

Der schwedische Trojaner, der sich übrigens als "Liberty" tarnte, einem Shareware-Programm für den "GameBoy" von Nintendo, war kurzlebig und ist virtuell schon ausgestorben. "Er konnte sich nicht selbst vervielfältigen und wandert auch nicht, wie normale Computerviren, automatisch weiter", kann Erfinder Ardiri beruhigen.