Digitalfotografie Garagen für die Daten
Die Meldung kommt schneller, als manchem lieb ist: "Memory Chip full", oder ganz einfach "0", womit angezeigt wird, wie viele Bilder noch in den Speicher der Digitalkamera passen. Wenn sich jetzt kein PC in der Nähe befindet, um die Kamera zu leeren, helfen die "digitalen Schuhkartons" weiter - tragbare Zwischenspeicher für Daten aller Art.
Sie enthalten entweder eine Mini-Festplatte oder übertragen die Daten direkt auf eine CD-R oder wiederbeschreibbare CD-RW. Digitalknipser übertragen ihre Exponate per Knopfdruck vom Speicherchip der Digicam, und die ist dann für neue Fotoexpeditionen bereit. Einige Geräte bieten jedoch mehr als nur Ablageplatz für Massen von Megapixeln: Sie spielen auch Audio- oder Video-Dateien ab. Zur Orientierung: ein exemplarischer Streifzug durchs Preis- und Speicherdickicht.
Epson PhotoPC P1000 PhotoViewer
Mit knapp 700 Euro ist der PhotoViewer P1000 von Epson fast so teuer wie ein preiswertes Notebook. Dafür enthält er nicht nur eine 10-Gigabyte-Festplatte, auf die der Anwender seine Fotos schaufeln kann, sondern auch ein Display zum Betrachten. Das ist mit 10 cm Diagonale deutlich größer als die Minianzeigen in vielen Digitalkameras.
Der PhotoViewer kann also auch dazu benutzt werden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Und nicht nur das: Der Viewer versteht neben den vielen Bild- auch Ton- und Videoformate bis hin zu MPEG4. Wer also das Gerät mit einem selbst aufgenommenen Film bestückt, kann sich beispielsweise im Flieger ein Alternativprogramm zum Onflight-Movie gönnen. Auf der Photokina zeigt Epson übrigens den Nachfolger P-2000 mit 20 Gigabyte Kapazität - dessen Verkaufsstart ist jedoch noch offen.
Jobo GigaX und Giga3
Ohne Display, dafür mit doppelt oder viermal so viel Speicherplatz gibt es Jobo GigaX und Giga3. Das kleinere Gerät mit 20-Gigabyte-Festplatte kostet etwa 160 Euro, der Jobo3 ca. 300 Euro. Er bietet neben 40 Gigabyte Platz auch eine LCD-Anzeige sowie einen MP3-Player - ist also fast ein kleiner iPod. Die Investition lohnt sich. GigaX und Giga3 lesen Fotos von fast allen üblichen Speicherkartenformaten und agieren dank Akku auch auf längeren Foto-Expeditionen ohne externe Stromversorgung. Beide lassen sich via USB an PC und Mac anschließen.
Hama Mobile Data Safe II
Das Mobile Data Safe II von Hama ist für ca. 250 Euro ein echter Alleskönner. Statt auf Festplatte speichert er Fotos von verschiedenen Speicherkarten auf CD-R oder CD-RW. Das Laufwerk kann jedoch auch DVD-Scheiben lesen und so unterwegs zusätzliches Kinovergnügen bescheren. Über USB-Schnittstelle stellt das Gerät seine Schreib- und Lesedienste auch einem angeschlossenen PC zur Verfügung.
Pearl 7-in-1-Fotobank
Wer auf das Abspielen von DVDs unterwegs verzichten kann, dem bietet Pearl einen 7-in-1-Kartenleser mit Brenner für CD-Rs und CD-RWs. Das Gerät versteht sonst sämtliche CD-Formate, kann also auch z.B. als mobiler CD-Player und als Brenner am PC verwendet werden. Anschluss findet er über die USB-Schnittstelle. Die 7-in-1-Fotobank kostet 169,90 Euro.
Sony HDPS-M1 / PhotoVault
Üppige 40 Gigabyte Speicher stehen dem Anwender auf dem Sony HDPS-M1 zur Verfügung. Für etwa 330 Euro hat das Gerät allerdings nur Leseschächte für MemoryStick und CompactFlash-Steckplatz (also auch Microdrive-Festplatten). Per Knopfdruck überträgt der Fotograf die Abbildungen auf die Festplatte. Die kann auch alternativ von PC und Mac als externer Datensafe benutzt werden, eine schnelle USB-2.0-Schnittstelle macht das möglich.
Doch Sony setzt auf mehr als nur ein Konzept. Wer eine Digitalkamera dieses Herstellers besitzt, dem brennt oder schreibt der Sony PhotoVault die Bilder auch auf Mini-CD. Die hat nur 8 cm Durchmesser, dadurch ist das Gerät kaum größer als ein Taschenbuch und kommt mit vier Batterien für 10 CDs aus - etwa 1500 Bilder in der Größe 4 Megapixel können damit auf CD gebrannt werden. Das PhotoVault kostet etwa 250 Euro und wird entweder direkt an die Digitalkamera angeschlossen oder liest seine Bilder vom MemoryStick.
Vosonic X-Drive II und X-Drive II Pro MP3
Der absolute Preisknüller unter den Fotospeichern kommt jedoch von Vosonic. Für knapp 160 Euro, also die Hälfte des Preises, den Sony für den HDPS-M1 verlangt, speichert das X-Drive II die gleiche Datenmenge, nämlich 40 Gigabyte.
Das kompakte Kästchen bietet Leseschächte für alle gängigen Speichermodule außer dem Olympus-Standard xD-Card (für den es Adapter gibt). Es lässt sich über USB 2.0 an Mac und PC andocken. Das X-Drive II gibt es im Versandhandel, dort ist auch für nur 40 Euro Aufpreis eine MP3-fähige Variante (X-Drive II Pro MP3) erhältlich, die nicht nur vom Preis, sondern auch vom Äußeren dem iPod mächtig Konkurrenz machen könnte...