DJ-Funktion Microsofts iPod-Rivale macht auf sozial
Wenn man Apples iPod vom Thron stoßen will, dann muss man sich einiges einfallen lassen. Das ist auch den Entwicklern bei Microsoft klar, seit sie am MP3-Player "Zune" tüfteln, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll.
Microsoft will Apple offenbar mit Funktionen zum mobilen Streamen und Tauschen von Musik unter Druck setzen. Dies geht aus Dokumenten der Federal Communication Commission (FCC) hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Eingereicht hatte sie Toshiba. Microsoft bestätigte, dass Toshiba das Gerät bauen soll, nannte aber keine Details zum Player selbst.
Laut den Toshiba-Unterlagen soll Zune das drahtlose Herunterladen von Musik, Bildern und Videos sowie das Einklinken in die Abspielgeräte von Freunden erlauben. Ermöglichen soll dies eine integrierte WLAN-Funktion.
Außerdem soll es eine sogenannte DJ-Funktion geben. Sobald jemand diese Funktion eingeschaltet hat, können sich bis zu vier andere Nutzer in seinen MP3-Player einklinken und dieselbe Musik mithören. Eine Anzeige signalisiert dem Hörer jeweils, wie viele andere Menschen mithören. Die DJ-Funktion kann entweder nur für Freunde aus der eigenen Buddy-Liste, oder aber für beliebige Zune-Besitzer in der nahen Umgebung aktiviert werden.
Sony und Nintendo setzen bei ihren Mobilkonsolen PSP und DS ebenfalls auf drahtlose Vernetzung. Spieler können ihre Konsolen miteinander verbinden und zusammen spielen.
Fotos zeigen Zune mit einem Steuerrädchen ähnlich dem des iPod. Fast zwei Drittel des Players werden vom Bildschirm eingenommen. Die 30 Gigabyte Speicherkapazität entsprechen dem kleinen iPod mit Festplatte, Apple bietet zusätzlich eine 60 Gigabyte-Variante an. Den Angaben zufolge hat Zune ein UKW-Radio an Bord und wird über USB 2.0 mit dem PC synchronisiert.
Microsoft will das Gerät noch vor dem Weihnachtsgeschäft auf den Markt bringen. Vor allem die Möglichkeit, Musik unterwegs herunterzuladen, gilt als Vorteil des Microsoft-Projekts gegenüber dem iPod. Allerdings haben Studien bereits ergeben, dass das mobile Herunterladen sehr viel Energie in Anspruch nehme, teurer sei und die Suche nach den gewünschten Musikstücken erschwere.
hda/AFP