Domain-Namen: Die Sprachbarriere fällt - DER SPIEGEL
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Domain-Namen Die Sprachbarriere fällt

Der asiatische Teil des Internet erlebt eine Revolution. Künftig können Webadressen auch in chinesischen, japanischen und koreanischen Schriftzeichen aufgerufen werden.
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Das Interesse an den neuen Domain-Namen soll immens sein. Allein in China, wo die Registrierung seit Dienstag läuft, seien bereits 450.000 Anträge eingegangen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Ähnliches dürfte sich ab Freitag auch in anderen Ländern abspielen, wenn Koreanisch und Japanisch "Netz-kompatibel" werden.

Bisher konnten Domain-Namen nur aus den 26 lateinischen Buchstaben, 10 arabischen Ziffern und dem Bindestrich bestehen. Mit der Einführung der asiatischen Schriftzeichen explodiert die zulässige Anzahl von 37 Zeichen auf 40.282. Kenntnisse in Englisch oder anderen westlichen Sprachen sind für die asiatischen Internetnutzer nicht mehr zwingend erforderlich.

Das werde einen dramatischen Effekt auf die Internetnutzung in Asien haben, sagte Arthur Chang, Asien-Chef von Network Solutions. In den nächsten zwei Jahren würde die Hälfte der Internetnutzer eine andere Muttersprache als Englisch haben. Asiatische Firmen versprechen sich von dem Fall der Sprachbarriere einen kräftigen Umsatzschub im E-Commerce. "Der Domain-Name ist eine Art Eingangstür mit Willkommensbotschaft", sagte James Woods, Produktmanager bei Tucows. "Wenn diese Willkommensbotschaft in der Muttersprache möglich wird, dann werden die Leute eher durch die Eingangstür gehen."

Die Hoffnung scheint sich in China, das die Vorreiterrolle übernommen hat, zu bestätigen. Firmennamen seien sehr beliebt, hieß es beim China Internet Network Information Center (CNNIC), das die Registrierung überwacht. Es werde sichergestellt, dass die URL nur im Namen der Firma registriert würden und nicht durch Dritte. Andere Domains würden nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" ausgegeben. 280 Yuan (rund 78 Mark) kostet eine chinesische Domain.