Düstere Aussichten Konzerne senken Handy-Subventionen
Auch die T-Mobile International AG, Bonn, will die margenzehrende Subventionierung von Handys zurückfahren. In den westeuropäischen Märkten laute die Herausforderung, die Rentabilität beispielsweise durch "Anpassung" der an die Händler gezahlten, überhöhten Provisionen an die zu erwartenden Neukunden-Umsätze zu steigern, sagte der Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke am Mittwoch in Hannover. "Im Klartext" heiße das: "runter mit den Subventionen."
Für die Kunden wird es teuer...
Bereits am Dienstag hatte sich D2-Chef Jürgen von Kuczkowski gegenüber dem "Handelsblatt" ähnlich geäußert: "Wir werden die Handy-Subvention zurückfahren." Und weiter: "Die Preise für subventionierte Geräte werden steigen, es sei denn, die Hersteller senken ihre Preise".
Seine Statements brachten offenbar eine Kettenreaktion in Gang: Kurz nachdem sich E-Plus Kuczkowskis Absichtserklärung anschloss, folgte nun D1. VIAG Interkom signalisierte, sich ebenfalls anschließen zu wollen, wenn alle Dienstebetreiber ihre Handy-Subventionen zurückfahren würden.
...und für die Hersteller die Luft noch dünner
Branchenexperten zeigten sich wenig überrascht von den - aus Kundensicht - düsteren Nachrichten. Weniger gern wird man die Neuigkeiten in den Chefetagen der Handy-Produzenten vernommen haben: Die leiden bereits jetzt unter einbrechenden Umsätzen.
Theo Kitz, Analyst bei Merck, Finck & Co.: "Dieser Trend ist schon lange zu erkennen." Seiner Ansicht nach seien Preiserhöhungen bei den Mobilfunkkunden allerdings nicht so ohne weiteres durchzusetzen, wenn es sich nicht gerade um Handys des neuen Standards GPRS handele.
Deshalb steige der Druck auf die Handy-Hersteller, ihre Preise zu senken. Vor allem der schwedische Ericsson-Konzern sei davon betroffen, weil seine Mobiltelefone in Deutschland nicht so beliebt seien. "Nokia wird da viel weniger Druck spüren, Siemens liegt dazwischen", sagte Kitz. Der finnische Handy-Hersteller Nokia ist der weltgrößte Handyhersteller und auch in Deutschland Marktführer.