Enba Das Unternehmen hinter "First-e"
Enba ist ein Dubliner Internet-Unternehmen mit einem innovativen Business-Modell für "Internet-only"- Bankdienstleistungen. Im letzten Jahr gelang es Enba, 13,2 Millionen Dollar Startkapital zusammenzubekommen: Geldgeber waren Firmen wie Intel, Vertex, Aureus, Apax Partners und Invision. Im September 1998 stockten das Finanzunternehmen Capital Z, das englische Versicherungsunternehmen CGU und das amerikanische Bankhaus Morgan Stanley das Kapital des jungen Unternehmens noch einmal um 29,2 Millionen Pfund auf.
Unter dem Dach von Enba haben sich mehrere europäische Finanzunternehmen zusammengefunden. Da ist zunächst die First-e-Gruppe, dann Capital Operations und Xeneration, ein Finanzierungsmittler, der sich auf Hypotheken, Versicherungen und Kreditkartengeschäfte spezialisiert hat.
Seit November bietet First-e in Großbritannien Online-Banking-Services und hält - nach aktuellen Schätzungen - bereits 4 Prozent des gesamten Marktes. Im Frühjahr will First-e auf den deutschen Markt gehen, kurz danach auch in Frankreich, Italien und Spanien.
First-e ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Enba und dem französischen Bankhaus Banque d'Escompte. Über den französischen Partner ist es dem Unternehmen gelungen, eine Lizenz für Bankgeschäfte in ganz Europa. Dank eines Vertrages mit der Royal Bank of Scotland hat First-e Zugang zum englischen Finanzsystem und wird zudem Online-Börsengeschäfte über die Investmentbank Dresdner Kleinwort Benson anbieten.
Enba ist kein Bankunternehmen, sondern ein auf die Entwicklung von technologischen Lösungen für Finanztransaktionen spezialisiertes Unternehmen. "Wir verstehen uns als Brutkasten für Business-Konzepte", meint dazu Enba-Sprecher Dirk Harrow. Enba entwickelt Konzepte und Business-Strategien, technologische Lösungen und Web-Auftritte. Eines dieser Projekte ist First-e - von dem sich Enba nun mehr oder weniger verabschiedet: Die Dubliner haben die virtuelle Bank zu einem eigenständigen Unternehmen "outgesourced".
Das Konzept jedoch wird weiter vermarktet: So plant Enba unter anderem, sowohl die Software als auch die im Grunde "vermakelten" Bankdienstleistungen als Komplettpaket Kunden anzubieten: "Es wäre vorstellbar, dass sich ein Handelskonzern eine eigene Bank wünscht. Wir stellen ihm die First-e- Plattform hin - und er setzt seinen Namen darüber." Ein Konzept, das an die "Bowie-Bank" erinnert, für die Popstar David Bowie seinen Namen hergibt. Schick wäre es für Unernehmen allemal, eigene Bankkarten ausgeben zu können. Mit Konzepten wie dem von Enba/First-e wird es möglich.