Experten fordern Rettet Iridium!
Bad Dürkheim - Es gebe bislang keinen Ersatz für den Satellitentelefondienst, mit dem auch von den abgelegensten Punkten der Erde aus telefoniert werden könne, sagte der Fachjournalist Henning Gajek am Rande eines Expertentreffens in Bad Dürkheim. Gajek hatte die Initiative "Save Iridium" ins Leben gerufen und will damit Konzerne oder die Uno auffordern, sich um den Erhalt des Netzes zu kümmern.
Die US-amerikanische Satelliten-Telefongesellschaft Iridium LLC war eine Woche zuvor von einem Konkursrichter für zahlungsunfähig erklärt worden und wird ihre Geschäfte einstellen. Der Betreiber des Dienstes, Motorola, will das Netz nur noch für eine begrenzte Zeit aufrechterhalten. Die Satelliten sollen dann aus ihrer Umlaufbahn gebracht werden und in der Atmosphäre verglühen.
Im Gegensatz zu den Mitbewerbern versorge Iridium nicht nur bewohnte Gebiete, sondern auch die Weltmeere und selbst den Nord- und Südpol, sagte Gajek. Es sei das ideale Kommunikationsmittel für Arbeiter in entlegenen Gebieten, für Ärzte, Sanitäter, Kreuzfahrer und Weltreisende. Auch beim Einsatz in Katastrophengebieten wie dem Kosovo habe sich Iridium bewährt.
Iridium verfügt über ein Telekommunikationsnetz mit 66 regulären Satelliten und acht Ersatzsatelliten. Das Netz war für mehr als fünf Milliarden US-Dollar (10,1 Milliarden Mark) eingerichtet worden. Hauptgrund für das Scheitern waren nach Darstellung von Wall-Street-Experten die fehlenden Kunden. Iridium hatte auf Millionen Nutzer gehofft und zuletzt nur etwa 55.000 Kunden gezählt.