Fernseher, Telefone, Gadgets: Die CeBit läuft sich warm - DER SPIEGEL
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Fernseher, Telefone, Gadgets Die CeBit läuft sich warm

Richtig offiziell geht es erst heute Abend los, aber schon jetzt produziert die weltgrößte IT-Messe CeBit in Hannover Nachrichten am laufenden Band. Heute Abend wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zum Auftakt der Leistungsschau der Informations- und Telekommunikationsbranche wird Bundeskanzlerin Merkel im Congress Centrum Hannover sprechen. Für den Publikumsverkehr öffnet die Messe erst morgen ihre Tore. Bis 15. März präsentieren sich rund 6300 Aussteller aus 71 Nationen, zwei Länder mehr als 2005. Die Aussteller belegen in den Hallen fast 310 000 Quadratmeter. Am stärksten vertreten ist erneut Taiwan mit 777 Unternehmen, gefolgt von China mit 412 und Südkorea mit 229 Firmen.

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CeBit: Kartenleser und Riesenfernseher

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Schon heute überboten sich viele Unternehmen mit Produktankündigungen. Von der technischen Spielerei bis zum begehrenswerten Wohnzimmer-Accessoire war schon (fast) alles dabei, was die Messe in den nächsten Tagen auch zum Magneten für Otto Normalverbraucher machen soll.

Für Visitenkartensammler, die ungern tippen

Aber auch für Messeprofis hat die Messe einiges im Angebot, zum Beispiel ein Produkt der Firma Penpower. Die stellt auf Computermesse eine Webcam vor, die Aufnahmen von Visitenkarten direkt verarbeitet und in Verzeichnisse wie das Adressbuch von Outlook überträgt. Das Gerät erkennt nach einer Mitteilung der Messe mehrere Sprachen. Die Webcam kann auch digitale Visitenkarten erkennen, die beispielsweise von Handykameras aufgenommen worden sind. Miniatur-Scanner für Visitenkarten, die auch Adressen auslesen, gibt es bereits - auch von Penpower

94 Zentimeter hochaufgelöste Bildschirmdiagonale

Einen neuen LCD-Fernseher mit voller HDTV-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten zeigt Sharp auf der CeBIT. Das LC-37GE1E genannte Gerät besitzt eine Bilddiagonale von 94 Zentimetern und bietet ein Kontrastverhältnis von 1200:1, teilte der japanische Hersteller mit. Zur Ausstattung zählen demnach ein integrierter DVB-T-Empfänger und zwei abnehmbare Lautsprecher. Die Reaktionszeit wird mit sechs Millisekunden angegeben.

LG will beide DVD-Lager unterstützen

Ebenfalls um hohe Auflösungen geht es in einer Mitteilung des südkoreanischen Technologiekonzerns LG Electronics. Der will nun doch beide konkurrierenden Formate HD DVD und Blu-ray unterstützen. Bislang gehörte LG fest zum Blu-Ray-Lager.

Der Chef von LG Electronics Europa, James Kim, sagte auf der CeBIT, bis Ende des Jahres wolle seine Firma ein Produkt für HD DVD ankündigen. "Wir werden beides machen", sagte Kim. Beide Formate sollen die höheren Datenmengen verarbeiten können, die beispielsweise für hochauflösendes Fernsehen (HDTV) benötigt werden. Bei dem Streit geht es um die Vorherrschaft im DVD-Markt mit einem Gesamtvolumen von 24 Milliarden Dollar.

Alternative zur DVD: Filme saugen!

Eine Alternative zur DVD will dagegen ein neues Angebot der United Internet AG in Zusammenarbeit mit der ProSiebenSat.1-Gruppe bieten. Das Programm, das Filme und Fernsehserien auf Abruf bereitstellt, heißt Maxdome. Wann und zu welchen Preisen man die Filme zu sehen bekommt, war am Mittwoch bei der Vorstellung des Gemeinschaftsunternehmens in Hannover noch nicht bekannt.

Maxdome werde aber im zweiten Quartal dieses Jahres starten, sagte Andreas Gauger, Vorstandssprecher der 1&1 Internet AG. Empfangen werden kann Maxdome über einen PC mit Breitbandanbindung oder über eine Settop-Box und den Fernseher. Zu sehen geben soll es die Filme in Pal-Qualität oder höherer Auflösung. Aufnehmen kann man die Filme aber nicht.

Handy-Fußball von O2

Um Bildschirme geht es auch dem Mobilfunkbetreiber O2 Germany - allerdings um sehr kleine. Das Unternehmen baut sein Angebot an Handy-Fernsehen aus und setzt dabei besonders auf die Fußballweltmeisterschaft. Inzwischen umfasst die Palette mehr als 25 Sendungen der ProSieben.Sat1-Gruppe und des Musiksenders MTV, der als neuer Partner gewonnen wurde, wie das Unternehmen mitteilte. Die Filme werden nicht live, sondern etwas zeitversetzt oder als Videos ausgestrahlt. Auf drei weiteren Kanälen zeigt O2 eigene exklusive Inhalte aus den Bereichen Sport und Musik

Während der Fußball-WM will das Unternehmen, das mit zehn Millionen Kunden die Nummer vier in Deutschland ist, die Höhepunkte der Spiele auf Video zusammenfassen. Marktführer T-Mobile hatte tags zuvor angekündigt, 20 WM-Begegnungen live zu übertragen.

RFID soll Kassiererinnen langsam überflüssig machen

Der Handelskonzern Metro hofft auf Einsparungen in Millionenhöhe durch die schrittweise Einführung der Radiofrequenz-Identifikation (RFID). Die Chips sollen in Produkt-Etiketten eingebaut werden und könnten dann beispielsweise an der Supermarktkasse automatisch und von weitem ausgelesen werden. Kühlschränke sollen dank der Funkchips abgelaufene Produkte selbstständig erkennen, Umkleidekabinen dank RFID passende Kleidungsstücke vorschlagen.

Bis an allen Supermarkt-Artikeln ein RFID-Chip hänge, werde es noch 10 bis 15 Jahre dauern, schätzte Metro-Geschäftsführer Gerd Wolfram - auch weil die Chips noch zu teuer sind.

Siemens-Handys kommen wieder - unter neuem Namen

BenQ Mobile will unter der Marke BenQ-Siemens mit neuen Design-Handys wieder schwarze Zahlen schreiben. Die lange Zeit gar nicht profitable Mobiltelefon-Sparte von Siemens will das taiwanesische Unternehmen mit einer Vielzahl von Multimedia-Geräten in Schwung bringen. Sechs neue Mobiltelefone mit neuer Display-Technik und zum Teil ultra-flachem Gehäusen zeigte BenQ Mobile am Mittwoch vor Beginn der CeBIT in Hannover.

"Allein im ersten Quartal haben wir 12 neue Mobiltelefone unter der neuen Marke BenQ-Siemens vorgestellt", sagte Clemens Joos, Chef von BenQ Mobile. Mit dem BenQ-Siemens EF91 will das Unternehmen auch sein erstes Handy in den Markt bringen, das den neuen schnellen Datendienst HSDPA unterstützt. HSDPA ermöglicht auf UMTS-Basis derzeit eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 1,8 MBit pro Sekunde. Der taiwanesische BenQ-Konzern hatte die Handysparte von Siemens im vergangenen Jahr übernommen. Das neue Unternehmen BenQ Mobile nahm im Oktober den Geschäftsbetrieb auf.

Integrierte GPS-Empfänger sowie aus großen Bildschirmen bekannte Display-Technik sind die besonderen Merkmale neuer Handy-Modelle von BenQ Mobile. Mit Hilfe des GPS-Moduls für den Satellitenempfang von Positionsdaten kann das Handy als mobiles Navigationssystem genutzt werden. Die so genannte OLED- und IPS-Technologien für die Anzeige soll Bilder in hoher Qualität und in einem breiten Betrachtungswinkel darstellen. Die OLED-Technologie (Organic Light Emitting Diode) soll laut BenQ mobile für eine bessere Abbildungsqualität sorgen.

Ein Blackberry von Vodafone?

United Internet kooperiert mit dem Mobilfunknetzbetreiber Vodafone, um den mobilen E-Mail-Geräten mit der BlackBerry-Technik Konkurrenz zu machen. Gemeinsam will man ein Gerät einführen, mit dem ebenfalls mobil E-Mails gelesen, gesendet und automatisch empfangen werden können. Mit dem "1&1 Pocket Web" könnten die Kunden zudem im Netz surfen, SMS schreiben und telefonieren, sagte Andreas Gauger, Vorstandssprecher der 1&1 Internet.

Zum Preis von 9,99 Euro monatlich könnten die Kunden unbegrenzt Surfen und E-Mails schreiben, sagte Gauger. Derzeit stehe der E-Mail-Dienst nur United-Internet-Kunden zur Verfügung. Das solle sich aber im Laufe des Jahres ändern. Zudem sei ein Angebot für Geschäftskunden geplant, das dann auch andere Funktionen wie einen Kalender umfasse.

cis/dpa/ddp.djn/rtr/AP

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