Film ab: Weltweit fernsehen - DER SPIEGEL
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Film ab Weltweit fernsehen

Internet-Anbindungen werden immer schneller, nähern sich den Kapazitäten, die man braucht, um Fernsehprogramme über das Netz zu verbreiten. Die Sender basteln längst an entsprechenden Angeboten - und manche preschen vor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Breitband" ist längst kein Telekommunikationsthema mehr: Bei den ultraschnellen Verbindungen ins Internet geht es um weit mehr. Spätestens, seit DSL-Verbindungen für Otto-Normalkunde mit 3 MBit/sek und mehr Datenkapazität angeboten werden, ist das Internet wirklich fit für Multimedialitäten. Die kommende "Killer-Applikation" des Webs dürfte dabei das Bewegtbild sein.

Denn man braucht nur rund 6 MBit/sek, um ein Fernsehprogramm in bester Qualität zu übertragen. Den Sendern wie der Entertainment-Industrie ist das nur all zu bewusst. Sie lockt die Aussicht, bald schon die so leidige wie teure Schlacht um Frequenzbereiche für die Kabel- oder Satellitenausstrahlung umgehen zu können. Das Web verspricht, zum alternativen Ausstrahlungskanal zu werden - und das auch noch weltweit.

Erste Vorreiter gibt es seit längerem. Software wie "Online TV 1.8" oder das bei Fußball-Fans beliebte Ruckelprogramm PPLive, mit dem sich live und stotternd die deutsche Bundesliga sehen lässt, wenn auch mit chinesischen Kommentaren, geben einen Vorgeschmack auf das, was da wohl noch kommen wird.

Professionelles Web-Streaming zum Beispiel. Solch einen auf Breitband-Anschlüsse ausgelegten Web-Kanal wollen sich die Macher von Comedy Central in den USA ab 1. November leisten. Der Anstrum der Fans aus aller Welt dürfte die Server wohl zum Rauchen bringen: Comedy Central ist schon jetzt eine Kultadresse für Amerikas beste Comedy-Serien, abgedrehtetsten Cartoons und gewagtesten politischen Satiresendungen.

Die werden den Surfern bisher im Web-typischen Daumenkino-Pop-up serviert, das eigentliche TV-Bild nimmt dabei knapp ein Achtel des Monitors ein. Nicht schlecht, aber für echtes abendliches Entertainment doch zu wenig.

Zeit für mehr, meinten die Macher von Comedy Central. Denn gut 85 Prozent der Nutzer der Seite, fanden sie heraus, verfügt bereits über breitbandige Internetverbindungen. "Wir sehen das als Dienst an unserem treuen Publikum, die zu den frühen Anwendern neuer Technologien gehören", sagte Glen Ginsburg von Comedy Central gegenüber CNet, "außerdem ist Breitband heute ein Muss, wenn man Werbegelder einfahren will."

Auch da liegt der Hase im Pfeffer: Es beschleunigt den Fortschritt schon sehr, wenn sich damit Geld verdienen lässt. Demnächst auch in deutschen Landen.