Flatrate-Streit AOL klagt gegen Telekom
Hamburg - Die rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen der Deutschen Telekom und ihrem Internet-Konkurrenten AOL Deutschland gehen in eine neue Runde. AOL hat gegen den neuen Telekom-Tarif XXL, der gegen einen monatlichen Aufpreis kostenloses Telefonieren und Internet-Surfen an Sonn- und Feiertagen erlaubt, Klage eingereicht.
AOL-Sprecher Frank Sarfeld bestätigte einen Bericht des Magazins "Focus". Nach Auffassung von AOL räumt die Telekom den Konkurrenten ihrer Tochter T-Online nicht - wie von der Regulierungsbehörde gefordert - die gleichen Nutzungsmöglichkeiten für den Tarif ein.
Für zusätzlich rund 15 Mark zur monatlichen ISDN-Grundgebühr ermöglicht die Telekom ihren Nutzern an Sonn- und Feiertagen kostenlosen Netzzugang. Nach Lage der Dinge sei dieses Angebot aber nur über T-Online zu realisieren, sagte Sarfeld. Die Telekom übermittle wichtige Kundendaten für die Nutzung des Angebots wegen des Geschäftsgeheimnisses nicht an Konkurrenten. T-Online erhalte diese Daten aber offensichtlich. Die Klageschrift liegt dem "Focus" zufolge derzeit bei der Regulierungsbehörde. Ein Antrag auf aufschiebende Wirkung blieb bisher erfolglos.
Unterdessen hat AOL beim Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung durchgesetzt, die der Telekom und T-Online mehrere Werbeaussagen zu dem ab 1. Juni geltenden Tarif "T-Online Eco" untersagt. Der Tarif kostet bei einer Grundgebühr von acht Mark im Monat "ab 2,9 Pfennig pro Minute", gleichzeitig entfallen allerdings zwei bisher enthaltene Freistunden.
T-Online darf nun bei Androhung eines Ordnungsgeldes nicht mehr behaupten, dass der "Eco-Tarif drastisch reduziert" sei sowie gegenüber dem bisherigen Tarif eine Ersparnis von 40 Prozent bedeute. Erst am Donnerstag war AOL auf Initiative der Telekom mit 200.000 Mark Ordnungsgeld belegt worden, weil das Unternehmen trotz einer gerichtlichen Anordnung weiter mit dem Namen "der Premium-Onlinedienst" geworben hatte.
T-Online ist mit mehr als fünf Millionen Kunden Deutschlands größter Onlinedienst. AOL Deutschland liegt mit 1,5 Millionen Nutzern auf Platz zwei.