Flatrates: On- und Offline preiswerter telefonieren - DER SPIEGEL
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Flatrates On- und Offline preiswerter telefonieren

Die Möglichkeiten, seine Telefonbedürfnisse zu befriedigen, werden zahlreicher. Internettelefonie, Festnetz-Flatrates und Handy-Homezones locken mit Spezialtarifen und Sonderpreisen. Doch welcher Anschluss lohnt sich wirklich, wie spart der Viel-, wie der Wenigtelefonierer?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Flatrates waren lange ein Preismodell allein für Internet-Provider. Nachdem sie einmal bezahlt haben, surfen vor allem Inhaber schneller DSL-Anschlüsse so viel und so lange sie wollen. Der Charme des Pauschaltarifs hat sich inzwischen allerdings auch bei Festnetz und Mobilfunkanbietern herumgesprochen. Der neue Tarif Call XXL Flat der Telekom-Tochter T-Com ist da nur ein weiteres Angebot in einem immer vielfältigeren und zuweilen schier unüberschaubaren Markt.

Flatrates und Pauschaltarife bieten beiden Seiten Vorteile. Der Anbieter kalkuliert mit sicheren Einnahmen, der Kunde mit festgelegten Kosten. Allerdings können beide Seiten auch draufzahlen, der Kunde, wenn er die pauschal bezahlte Leistung nicht ausnutzt, und das Unternehmen, wenn zu viele Kunden zu viel telefonieren.

Angesichts der Vielfalt unterschiedlichster Pauschal- und Flatrate-Tarife lohnt es sich für Kunden in jedem Fall, genau hinzusehen, bevor sie sich für ein Angebot entscheiden.

Dabei gilt es vor allem, das eigene Nutzungsverhalten genau zu analysieren. Ansehen sollte man sich die Telefon- und Mobilfunkrechnungen der vergangenen Monate, um herauszufinden, wie viele und wie lange Gespräche man zu welchen Tageszeiten führt. Zu bedenken ist außerdem, dass man die Pauschalpreise auch dann bezahlt, wenn man sie - etwa während eines Urlaubs im Ausland - nicht nutzen kann.

Für Menschen, die viel zu Hause sind, kann sich eine Tarifpauschale für Festnetzgespräche entweder über die herkömmliche Telefonleitung oder über das Internet lohnen. T-Com-Kunden etwa telefonieren mit Call XXL Flat für 24 Euro ohne Zusatzkosten zu T-Com- und Arcor-Anschlüssen. Das lohnt sich nach Berechnungen des Fachportals teltarif.de allerdings nur für Vieltelefonierer. Kunden, die bisher regelmäßig Call-by-Call-Anbieter genutzt haben, müssten täglich eine Stunde lang telefonieren, damit sich die Pauschale lohnt, rechnen die Experten vor.

Billiger geht es mit Arcor. Der bedeutendste T-Com-Konkurrent berechnet 19,95 Euro für eine Festnetz-Flatrate. Bei Versatel kostet eine Festnetz-Flatrate 9,95 Euro, bei Hansenets "Alice"-Tarif 9,90 Euro. Die Anbieter haben jedoch auch einen Nachteil: Der Kunde muss seinen Anschluss komplett umziehen und kann Call-by-Call etwa für Auslandstelefonate nicht mehr nutzen.

Internetnutzer, die über einen DSL-Anschluss verfügen, können ihre Festnetztelefone auch auf das Internet verlegen. Flatrates gibt es für rund zehn Euro, etwa bei GMX und Strato. Bei Minutenpreisen von einem Cent rund um die Uhr müssen Kunden im Monat allerdings fast 17 Stunden telefonieren, damit sich die Pauschale lohnt. Ein DSL-Anschluss allein für die Internettelefonie lohnt indes kaum.

Lohnt sich das Handy als Alternative?

Zusammen mit einer Flatrate für die Datenübertragung und einer fürs Telefonieren verursacht er monatliche Kosten von rund 33 Euro.

Wenn man die Festnetzvarianten durchgespielt hat, folgt noch die Frage, ob nicht vielleicht ein Handy ausreicht, zumal wenn es nur ums Telefonieren und nicht um die Internetnutzung geht. Denn die Netzbetreiber versuchen mit ihren Tarifen dem Festnetz Minuten abzujagen.

O2 ist bereits seit Jahren mit seinem Tarif "Genion" auf dem Markt. Zusätzlich zu seiner Mobilfunknummer erhält der Kunde eine Festnetznummer, unter der er innerhalb seiner so genannten homezone erreichbar ist. Innerhalb der homezone telefoniert der Kunde zudem zu vergünstigten Konditionen. Für zusätzlich knapp zehn Euro hat O2 inzwischen auch eine homezone-Flatrate im Angebot.

Vodafone hat mit dem Tarif "Vodafone Zuhause" kürzlich ein Konkurrenzprodukt mit einem ähnlichen Funktionsumfang auf den Markt gebracht. Der Tarif enthält 1000 Freiminuten monatlich. T-Mobile will Anfang 2006 folgen. E-Plus hat mit "Base" einen ersten Flatrate-Tarif für Telefonate zu Festnetz- und E-Plus-Anschlüssen auf den Markt gebracht.

Gerade für Mobilfunknutzer kann es sich außerdem lohnen, die unterschiedlichen Wochenend- und Feierabend-Pakete in ihre Überlegungen mit einzubeziehen. T-Mobile- und Vodafone-Kunden etwa plaudern für 5 Euro am Wochenende beziehungsweise 7,50 an Werktagen zwischen 20.00 und 8.00 Uhr ohne weitere Kosten ins Fest- und eigene Mobilfunknetz.

Von Björn Sievers, ddp