Fotoverwaltung: Kampf dem Chaos der Bilder - DER SPIEGEL
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Fotoverwaltung Kampf dem Chaos der Bilder

Früher landeten Fotos im Schuhkarton, heute auf der Festplatte. Ordnung zu halten, die Übersicht zu wahren, ist in beiden Fällen nicht leicht. Immerhin: Am Computer kann man sich von Software dabei helfen lassen - oft sogar kostenlos.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In Zeiten der digitalen Fotografie verlagert sich das heimische Bilderchaos zunehmend von den Schubladen in den Computer. Auf so mancher Festplatte liegen Fotos überall verstreut und unbeschriftet. Wer nicht von Anfang an Ordnung hält, findet schnell gar nichts mehr. Mit viel Disziplin bekommen Hobby-Fotografen den Wust an Bildern auch mit Bordmitteln in den Griff. André Kramer, Bildbearbeitungsexperte der Computerzeitschrift "c't", rät dazu, einen speziellen Ordner nur für Bilder anzulegen. Die Fotos sollten dann in Unterordnern etwa nach Themen, Ereignissen oder der Aufnahmezeit sortiert werden.

Wer seine Fotos aber einfach irgendwo auf der Festplatte abgespeichert und längst den Überblick verloren hat, dem kann mit einem Gratisprogramm von Google geholfen werden. Picasa  durchsucht den gesamten Computer - oder wenn gewünscht auch nur einzelne Ordner - nach Fotos aller Formate. Sämtliche gefundenen Bilder werden nach dem Zeitpunkt der Aufnahme aufgelistet.

Das Sortieren übernimmt Picasa allerdings nicht. Doch auch hierbei helfen kleine Programme. Sie arbeiten meist nach einem Kategorien-System. Die einzelnen Kategorien kann der User selbst anlegen und benennen. Auch eine Bewertung der Fotos ist meist möglich. Ein Beispiel dafür ist StudioLine . Damit lassen sich Bilder von der Digitalkamera laden, mit Beschreibungen versehenen und archivieren. Beim Einlesen aus der Kamera wird geprüft, ob die Bilder schon vorhanden sind. Allen Fotos können per Drag & Drop Stichwörter zugewiesen werden. Zudem können die Fotos auf einer Skala von eins bis fünf bewertet werden. Die angelegten Datenbanken lassen sich nach allen Beschreibungen - etwa dem Datum der Bilderstellung - filtern.

Auch eine Volltextsuche ist möglich. Mit wenigen Mausklicks lassen sich die Fotos samt Zusatzinformationen auf CD oder DVD sichern und als Diaschau präsentieren. Die Basis-Version StudioLine Photo Basic ist kostenlos, enthält allerdings deutlich weniger Funktionen.

Eher etwas für Profis sind Programme wie Canto Cumulus, Extensis Portfolio und Expression Media. Sie kosten mehrere hundert Euro, bieten dafür aber auch mehr als nur Fotoverwaltung. Mit ihnen lassen sich etwa Metadaten im Bild beschreiben. Mit dem sogenannten IPTC-Editor kann der Anwender unter anderem Stichwörter, Titel, Bildunterschriften und -beschreibungen sowie Name und Adresse eintragen. Dadurch lassen sich die Bilder später sehr schnell und einfach wiederfinden. Privatanwendern, die auf einen IPTC-Editor zurückgreifen wollen, rät Kramer zum Programm Thumbs Plus .

Wer mehr will als nur ein reines Archivier-Programm, wird auch bei vielen Bildbearbeitungsprogrammen fündig. Mit Photoshop Elements von Adobe etwa lassen sich Bilder nicht nur bearbeiten, sondern auch mühelos sortieren und mit Etiketten versehen. Aber auch manche Archivierungs-Software enthält Tools zum Bearbeiten von Fotos, allerdings sind die Möglichkeiten meist eingeschränkt. Mit Picasa etwa lassen sich Bilder zwar ausrichten und rote Augen ausmerzen, aber wer wirklich an seinen Fotos arbeiten will, stößt schnell an die Grenzen des Programms. Deutlich mehr hat in diesem Bereich StudioLine zu bieten, auch wenn es mit echten Profiprogrammen nicht mithalten kann.

Für Anfänger seien nur wenige Bildbearbeitungsprogramme wirklich geeignet, sagt Kramer. Meist erschließt sich die Software nämlich nicht von selbst, man kann also nicht einfach loslegen. Das viel gelobte kostenlose Gimp  etwa sei sehr kompliziert in der Handhabung. Einsteiger fahren gut mit Paintshop Pro und Photoshop Elements, denn diese Programme bieten relativ viele Hilfestellungen - sind allerdings nicht kostenlos erhältlich.

Sandra Schipp, ddp

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