Freenet Gewinne frühestens im Jahr 2002
Hamburg - Wie Vorstandschef Eckhard Spoerr auf der Bilanzpressekonferenz mitteilte, hatte Freenet zum Jahresende 820.000 aktive Kunden. Dies bedeute eine Verdreifachung der Kundenzahl seit April 1999.
Der Umsatz lag bei 6,8 Millionen Mark, der operative Verlust bei stolzen 874.000 Mark. Dazu kommen noch die Kosten des Börsengangs, die Freenet mit 14,3 Millionen Mark veranschlagt. Der Aktienkurs zeigt sich von derartigen Verlusten allerdings unbeeindruckt: Das Wertpapier stieg, so Spoerr, seit der Börseneinführung im Herbst um 572 Prozent.
Auch in den kommenden Monaten setzt das Tochterunternehmen der Mobilcom AG weiter auf Wachstum. Der Gewinn soll erst einmal hinten angestellt werden. Erst im Jahr 2002 will Freenet die Gewinnzone erreichen. Etwas anderes als ein rasantes Wachstum würden, so Spoerr, die Aktionäre von ihrem Unternehmen auch nicht erwarten.
Spoerr rechnet für das Jahr 2000 mit einer Umsatzsteigerung auf 35 bis 40 Millionen Mark, die Kundenzahl soll auf 1,3 bis 1,6 Millionen steigen. Gleichzeitig kündigte der Vorstandschef Marketingaufwendungen für das Jahr 2000 in Höhe von 40 Millionen Mark an.
Im Gegensatz zu Anbietern wie AOL oder T-Online bietet Freenet so genanntes Internet-by-Call an, bei dem die Kunden nur die Verbindungskosten zahlen und sich nicht vertraglich binden müssen. Laut Spoerr sind die Freenet-Kunden deutlich länger im Netz als Kunden anderer Anbieter. Demnächst will Freenet allen Internetnutzern ein Email-Postfach mit 25 verschiedenen Namen anbieten.