Frohes Fest: Bei Nintendo rappelt die Kasse - DER SPIEGEL
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Frohes Fest Bei Nintendo rappelt die Kasse

Das mobile Spielgerätchen Nintendo DS, lang erwarteter Erbe des Gameboy, liegt in den USA und Japan erst seit wenigen Tagen in den Regalen - und schon gingen über eine Million über die Ladentheke. Konkurrenz hat Nintendo nur in Japan zu fürchten: Dort geht nächste Woche Sonys PSP an den Start.
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Trotz aller Achtungserfolge mit Nintendos Gamecube, auf dem Konsolenmarkt ist und bleibt Sony mit seiner Playstation 2 der Platzhirsch. Erst vor kurzem verpasste Sony der PS2 sogar noch einmal eine Frischzellenkur und konnte die Verkäufe einmal mehr revitalisieren. Anders sieht das bei mobilen Spielgeräten aus: Hier hält Nintendo mit den Gameboy-Geräten seit April 1989 (!) ein quasi-Monopol.

Das soll auch so bleiben, wünscht sich Nintendo, und setzt der Drohung neuer Konkurrenz durch Flöppchen wie Nokias N-Gage und Sonys weit gespannter erwarteten PSP ("Playstation Portable") das Konzept der neuen Handheld-Spielekiste Nintendo DS ("Dual Screen") entgegen. Die bietet den Spielern jetzt sogar zwei Bildschirmchen und satt erweiterte technische Möglichkeiten - und verkauft sich in Japan und den USA bereits rasant.

Denn anders als in Europa, wo das DS-Modell erst im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll, ist es in den USA bereits seit dem 21. November erhältlich, in Japan seit dem 2. Dezember. Die kurze Zeit, meldet Nintendo frohlockend, hat bereits gereicht, über eine Million Geräte abzusetzen. Bis zum April hofft Nintendo nun, weltweit fünf Millionen Daddelkistchen los zu werden.

Das in den USA etwas mehr als 200 Dollar teure Gerätchen ist und bleibt ein reiner Spielapparat. Neu ist nicht nur der doppelte Monitor, der beispielsweise Spielestatistiken von der "Action" trennt, sondern auch das vorinstallierte Wireless-Feature: Künftig werden bocklose Schüler im Unterricht sogar durch Klassenwände hindurch bis zu einer Distanz von rund 30 Meter Netzwerkspiele gegeneinander führen können - Pisa-technisch höchst bedenklich, aber ein echter Fortschritt gegenüber dem Drahtgewusel der Gameboys, für das man zudem auch noch extra zahlen musste.

Als DS-Bremse könnte sich nun allenfalls noch Sonys PSP erweisen, und das vor Weihnachten auch nur in Japan: Dort soll der Verkauf in der Nacht von Sonntag auf Montag beginnen. Sony verspricht, mit der PSP mehr anzubieten, als "nur" einen mobilen Spielapparat. Auch die PSP setzt auf drahtlos vernetztes Spielen, soll ihren Käufern aber auch die Möglichkeit bieten, Musik zu hören oder unterwegs Filme zu sehen.

Damit teilen sich Nintendo und Sony die Marktnischen weiter in gewohnter Weise: Während es Nintendo auf die hauptsächlich Spiele-orientierte jüngere Zielgruppe abgesehen hat, zielt Sony auf ein leicht älteres Marktsegment. Der Preis der PSP ist noch nicht bekannt, dürfte aber über dem der DS liegen.

In Europa soll der Verkauf beider Geräte im Frühjahr 2005 beginnen.

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