Für Spielkinder Zwischendurch interaktiv
Die Cebit ist nicht nur eine Hightech-Leistungsschau, die bei vielen das Kind im Manne zum Vorschein bringt, sondern auch eine Art Hölle für echte Kinder. "Aber das ist ja auch nichts für Kinder", sagt eine Cebit-Sprecherin und weist darauf hin, dass die Tore der Cebit Heranwachsenden unter 15 Jahren verschlossen bleiben.
Die über 15 Jahre können ihre Träume nähren an Xboxen, "megakrassen" Handys und anderen Gadgets, die ihren Eltern die Tränen in die Augen und das Girokonto ins Minus treiben. Zum Glück gibt es da diesen einen Aussteller, der Verspielte ellenlang beschäftigen kann, und dessen Produkte man sich garantiert nicht leisten kann oder will (außer man verschiebt den Kauf des nächsten Neuwagens).
Die Forscher des Fraunhofer IITB stellen ein Exponat mit dem Namen "Assemble Table Vico" vor - eine Schnittstelle von realer und virtueller Welt. Bei dieser Entwicklung handelt es sich um ein interaktives "Kollaborations-Interface" - zu gut deutsch: um einen riesiges, als Tisch gestaltetes "Virtual-Reality"-Interface.
Zwar ist der "Tisch" keine Weltneuheit steht er doch bereits im Wiener Zoom Kindermuseum , ist aber eine echte Attraktion. Denn hier kann man nicht nur gucken, sondern mitmachen: Auf dem Monitor-Tisch werden zuvor gezeichnete und digitalisierte Objekte dargestellt. So befinden sich auf der Tischplatte Gegenstände als Stellvertreter für digitale Objekte, die von den "Spielern" bewegt werden können.
Wie magnetisch folgt das digitale Bild auf dem Tisch dem Objekt. Der Vico Screen zeigt den Boden einer virtuellen Landschaft, in der sich die eingegebenen Bildobjekte ebenfalls bewegen. Diese virtuelle Welt wird auf eine Leinwand projiziert. Mit VR-Techniken können die Spieler ihre Szene von allen Seiten betrachten und darin navigieren.
Das wird durch ein Video-Tracking-System und durch VR-Technologien ermöglicht: Eine hochauflösende Videokamera über dem Tisch zeichnet die Markierungen auf den Platzhaltern auf und leitet die Information über die Position und die Ausrichtung an das System weiter. Das bewegt daraufhin das projizierte Objekt. Die VR-Maschine, entwickelt vom Fraunhofer FIT, setzt diese Bewegungen in die Darstellung der virtuellen 3-D-Welt um. So können die Messebesucher ihre eigene, virtuelle Welt bauen und ihre Ideen auf dem Bildschirm zu elektronischem Leben erstehen lassen.
"Vico table": Konzeption, Design, Entwicklung, Implementierung: uma information technology AG, www.uma.at
Design des Medienmöbels VICO: as_architecture, www.asarchitecture.org
Entwicklung Trackingsystem: Fraunhofer Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB
Entwicklung 3D-Viewer: Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, beide: www.fraunhofer.de
Mitkonzeption, Pilotprojekt: ZOOM Kindermuseum Wien, www.kindermuseum.at
Ort: "Future Parc", Halle 11, Stand A14.