Geknackte Handys SIM-salabim schon ist man drin
Die persönlichen Daten auf Mobilfunkkarten eines Handys sind nach Darstellung des Computerkonzerns IBM keineswegs so sicher wie bislang angenommen. Innerhalb von Minuten sei es IBM- Forschern gelungen, die Daten aus einer handelsüblichen SIM-Karte herauszulesen und zu kopieren.
Für Handy-Besitzer bedeute dies allerdings keine große Gefahr, sagt dazu Michael Kiess von IBM Deutschland in Stuttgart. Um die sensiblen Daten herauszulesen oder eine Handy-Karte komplett zu kopieren, müsste die Chip-Karte für einige Minuten in die Hände eines Fremden gelangen, der dann unbemerkt auf Kosten des Geschädigten telefonieren könnte.
"Die Verschlüsselung der Daten galt bislang quasi als unknackbar", so Kiess. Um an die mit einem so genannten 128-Bit-Schlüssel gesicherten Daten zu kommen, hätte ein Hacker bislang rund ein Jahr gebraucht. "Unsere Forscher haben diesmal eine etwas cleverere Methode angewendet", sagte der IBM-Sprecher. Statt auf die verschlüsselten Daten selbst haben sich die IBM-Mitarbeiter auf andere Merkmale wie den Stromverbrauch und elektromagnetische Felder konzentriert. Damit erhielten sie Anhaltspunkte, wo die Schlüssel auf der Karte abgelegt sind.
Ganz uneigennützig war der Forscherdrang nicht: Gleichzeitig entwickelten die IBM-Forscher ein entsprechendes Sicherungsverfahren. Sollten künftig immer mehr Kunden ihre Einkäufe oder Bankgeschäfte mit dem Handy tätigen, sei eine verlässliche Sicherung der sensiblen Daten unbedingt erforderlich, sagte Chef-Forscher Charles Palmer. Knapp und salopp zusammengefasst: Die Sicherungen der Konkurrenz ist für den M-Commerce Käse, die eigene prächtig.
Von den betroffenen SIM-Karten (SIM steht für Subscriber Identity Modul, Identifizierungs-Modul des Abonnenten) sind weltweit rund 640 Millionen Stück in Gebrauch. Sie speichern neben Telefonnummern auch persönliche Daten des Nutzers, die er zur Authentifizierung im Mobilfunknetz (GSM) benötigt. Der jüngste "Hack"-Erfolg der IBM-Wissenschaftler sei kein schwerwiegendes Ereignis, kommentierte Palmer. "Er besagt nur, dass es hier ein Problem gibt." Und das IBM die Lösung bereits in petto hat.