Geotagging: Die günstige Alternative zur GPS-Kamera - DER SPIEGEL
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Geotagging Die günstige Alternative zur GPS-Kamera

Um Urlaubsbilder mit Ortsdaten zu versehen, braucht man eine teure GPS-Kamera oder ein aktuelles Smartphone? Falsch: Auch günstige GPS-Logger zeichnen Positionsdaten von Ausflügen auf, die zu Hause mit Bildern jeder noch so billigen Digitalkamera verknüpft werden können.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Diese geolokalisierten Bilder lädt man auf spezielle Geotagging-Websites in clever gestaltete Onlinealben: Die sind so einfach zu benutzen, dass auch Internet-Anfänger schnell ihre GPS-Touren samt Fotos ansehnlich im Netz veröffentlichen und Freunden und Verwandten aus aller Welt vorführen können.

SPIEGEL ONLINE zeigt in fünf nachvollziehbaren Schritten, wie man Urlaubsbilder zu spannenden Online-Trips sortiert und welche Stolpersteine dem Geotagger-Glück im Weg liegen können.

Das Wandergerät

GPS-Logger erfüllen eine Aufgabe, an der viele teure GPS-Navigationsgeräte scheitern: Sie zeichnen kontinuierlich GPS-Daten auf, die später auf einen Rechner geladen, bearbeitet und auf Online-Landkarten oder im 3-D-Globus von Google Earth angezeigt werden können. Ein günstiger GPS-Logger für Einsteiger ist beispielsweise der RGM-3800 (etwa 55 Euro). Einen ausführlichen Gerätetest unternahm Skybert.de . Eine Alternative ist der Photofinder Mini, den SPIEGEL ONLINE getestet hat (etwa 100 Euro).

So ein Gerät ist so groß wie zwei Streichholzschachteln. Man trägt es entweder am Hals oder in der Jackentasche. Es speichert bis zu zehn Stunden lange Trips mit maximal 650.000 Wegpunkten. Die Einstellungen des Geräts nimmt man am Computer vor; im ausführlichsten Modus zeichnet der RGM-3800 Zeit, Längengrad, Breitengrad, Höhe und Geschwindigkeit auf.

Die Kamera, mit der Sie die Bilder aufnehmen, muss nicht viel können: Sie muss Digitalfotos einzig mit einem genauen Zeitstempel versehen. Den vergleicht eine Software später mit den Zeitangaben in den GPS-Daten, um sie so automatisch zu verknüpfen. Wichtig: Zeit und Datum der Kamera müssen möglichst gut mit dem GPS-Empfänger abgeglichen werden, da die in den Exif-Daten der Fotos codierte Uhrzeit benutzt wird, um automatisch passende Koordinaten (die mitsamt der Uhrzeit abgespeichert werden) zu finden.

Die Wanderung

Schalten Sie den GPS-Logger zehn Minuten bevor Sie ihren Ausflug beginnen an. Damit geben Sie ihm eine Chance, mit den GPS-Satelliten Kontakt aufzunehmen. Überprüfen Sie währenddessen, ob die Zeitangaben der Kamera stimmen. Sobald der GPS-Logger "Kontakt!" anzeigt, kann's mit Wanderung und der Knipserei losgehen. Schalten Sie den Logger erst nach dem Trip wieder aus und überprüfen Sie regelmäßig die Batterieanzeige und das Verbindungssignal.

Auf Datenpfaden

Jetzt beginnt die eigentliche Tagging-Aufgabe. Speichern Sie zunächst die Bilder in einem eigenen Ordner auf Ihrem PC. Schließen Sie dann per USB-Kabel den Logger an den Rechner an, um mit dem beigefügten Programm das GPS-Logbuch auf die Festplatte zu laden. Mit einem Bilder-Tagger, zum Beispiel dem kostenlosen Programm GPS Photo von Locr.com  oder dem etwas aufwendigeren Geosetter  verknüpfen Sie dann die Bilder mit dem GPS-Log. Dazu sagen Sie dem Programm erst, welche Bilder es mit welcher GPS-Logdatei bearbeiten soll und drücken dann "Automatic geotagging…".

Die Datenwanderung

Die Bilder sind nun geolokalisiert, also mit Positions- und Richtungsinformationen versehen. Zeit, dass Sie sich ein Nutzerkonto bei einem der vielen Geotag-Fotodienste anlegen, zum Beispiel Locr.com . Dieses Angebot ist einfach zu bedienen und zunächst kostenlos. Wer mehr als 100 Megabyte Bilder pro Monat hochladen und mehr als fünf Fotoalben anlegen will, wird zur Kasse gebeten.

Schon beim Hochladen können Sie bestimmen, wer die Bilder zu Gesicht bekommen darf. Im Gegensatz zu kostenlosen Diensten wie Everytrail.com  können Sie bei Locr.com  unbegrenzt viele Bilder gleichzeitig hochladen, praktisch!

Benutzen Sie Googles Fotoverwalter Picasa und den 3-D-Globus Google Earth, können Sie Ihre Trips auch dreidimensional abfliegen.

Die Online-Wanderung

Nachdem Sie alle Bilder mit Geotags hochgeladen haben, sollten Sie die Bilder beschriften, die Positionen und Route auf der Online-Karte kontrollieren und gegebenenfalls nachbessern. Stellen Sie Bilder zu Online-Alben zusammen, sehen Sie, was andere Fotografen in der Nähe geknipst haben, und informieren Sie Freunde und Verwandte per Mail über Ihr Online-Album. Und wer's doch analog braucht, bestellt sich ein Fotobuch als Urlaubssouvenir.

Geotagging-Dienste wie Everytrail.com  bieten darüber hinaus Möglichkeiten, Wanderrouten vorzustellen und herunterzuladen. Wie spektakulär das mit Hilfe von Google Earth aussehen kann, demonstriert dieses Video:

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Stolpersteine

Nicht mehr lange, und alle neuen Digitalkameras und Foto-Handys werden mit GPS-Empfängern ausgestattet. Doch GPS-Logger haben drei große Vorteile: Sie sind günstig, robust und fressen dem Handy oder der Kamera die Batterie nicht weg. Beim Einsatz sollte man auf einige Dinge achten, damit die Aufzeichnung der GPS-Daten klappt:

  • Freie Sicht: Geben Sie dem Logger nach dem Einschalten unter freiem Himmel zehn Minuten Zeit, um Kontakt mit den GPS-Satelliten aufzunehmen. Sobald die "GPS Fix"-LED leuchtet, können Sie den Logger auf in eine Tasche stecken. War der Logger einige Tage nicht im Einsatz, kann der GPS-Fix bis zu 20 Minuten dauern.
  • Betriebstemperatur: Die Logger sind temperaturempfindlich, mehr als 60 Grad schaden den Batterien, der Batterielaufzeit und dem Gerät.
  • Batterielaufzeit: Gibt die Logger-Batterie im Betrieb den Geist auf, gehen alle aufgezeichneten Daten verloren. Achten Sie deshalb immer auf die Batterielaufzeit.
  • Wegpunkte: Faustregel: Je langsamer Sie sich bewegen, desto seltener muss der Logger den Wegpunkt speichern. Beim Wandern alle 10 bis 60 Sekunden, beim Autofahren öfter. Diese Einstellung können Sie nur vor dem Trip mit einem Rechner vornehmen.
  • Exif-Daten: Achten Sie darauf, dass Ihr Bildbearbeitungsprogramm die so genannten Exif-Daten nicht verändert, zum Beispiel beim Verkleinern der Bilder. In ihnen werden die Geotagging-Daten gespeichert, aber auch das Aufnahmedatum, das beim automatischen Geotaggen so wichtig ist.

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