Gnadenfrist KPNQwests letzter Juni?
Das Kabelnetzwerk von KPNQwest, insolventer amerikanisch-niederländischer Anbieter von Datentelekommunikationsdiensten, bleibt in diesem Monat noch in Betrieb. Konkursverwalter Eddie Meijer hofft, damit die Chancen zum Verkauf des bankrotten Unternehmens oder von einzelnen Teilen bis zum 1. Juli erhöhen zu können.
Die Entscheidung über das Netzwerk war am späten Dienstagabend gefallen. Ursprünglich hatte Meijer für einen Notplan eine Frist bis Montagabend gesetzt. Nur wenn Kunden von KPNQwest bis dahin in ausreichendem Umfang Rechnungen bezahlt hätten, sollte der Netzbetrieb weitergeführt werden.
Diese Frist wurde bis Dienstagmittag verlängert. Doch auch am Abend war nach Angaben der Zeitung noch nicht so viel Geld eingegangen, wie der vom Gericht ernannte Verwalter erwartet hatte. Dennoch wurde beschlossen, das Netz weiter zu betreiben. Der vor allem für das Internet wichtige Netzbetrieb kostet nach inoffiziellen Angaben etwa 500.000 Euro pro Tag.
Befürchtungen, die Abschaltung von KPNQwest könne dazu führen, dass das Internet in Europa kollabiere, werden von Experten nicht geteilt: Mittlerweile seien die Überkapazitäten so groß, dass selbst der Wegfall eines so großen Kabelnetzwerkes kaum mehr ins Gewicht falle.