Google Börsengang vor Jahresende?
Bisher gaben sie sich immer bescheiden. Selbst ihre Suchmaschine kommt so trocken und schmucklos daher, dass er bis heute wie ein studentisches Hobbyprojekt wirkt.
Genau das war Google vielleicht einmal. Heute ist der Suchdienst das Beste, was das Internet in Sachen Web-Suche zu bieten hat. Ein virtueller Hammer mit einer beispiellos zuverlässigen Technologie.
Google ist schnell, trifft besser als andere Suchdienste und kostet die liebe Konkurrenz immer mehr Marktanteile. Dazu kommt eine Vermarktungsstrategie, die ihr Heil im "B2B" sucht - die Lizenzierung der Technologie an zahlende Kunden. Drum dürften sich im Umfeld der fittesten Google-Konkurrenten bereits einige Google-Klone befinden: Es muss nicht unbedingt Google draufstehen, damit Google drin ist.
Den Break-Even will Google nach eigenen Aussagen, bereits in diesem Jahr erreichen. Bereits im nächsten Jahr, glauben Analysten, dürfte Google 50 Millionen Dollar im Jahr umsetzen - und das bei minimalem Aufwand und Werbeausgaben, die gegen Null tendieren. Der Erfolg von Google liegt in seiner Legende, in Mund-zu-Mund-Propaganda und in seiner Qualität.
Alles Punkte, die den beiden Gründern den Mund wässrig gemacht haben müssen, sich vielleicht doch noch ein Stück vom ganz großen Kuchen abzuschneiden. In einem Interview mit dem "Sunday Business Paper" fiel dann schließlich das magische Stichwort: "Börse".
Internet-IPOs sind seit letztem Jahr eher Stoff für Kintopp-Tragödien, doch bereits seit längerem wartet die Branche auf einen Kandidaten, der den fatalen Trend, den die Dot.com-Krise vom letzten Frühjahr auslöste, wenden könnte.
Der, glauben auch Analysten der Deutschen Bank, von Morgan Stanley und Goldman Sachs, könnte Google heißen.
Völlig gegen den Trend, der Start-ups in der Nähe von "Sozialhilfe" ansiedelt, sehen die Banker in Google das Potenzial, richtig große Summen bringen zu können. Von allen diesen Banken liegen Google, sagen die Gründer, bereits entsprechende Evaluierungen und Angebote, den Börsengang zu betreuen, vor. Anvisierte Marge der Börsen-Kapitalisierung: 250 Millionen Dollar.