Google Crackers Liebling?
Die Suche über Google bringt grundsätzlich zwei Ergebnisse: den aktuellen Link hin zur gesuchten Website und darunter unter dem Stichwort "im Cache" eine oft recht vollständige Abbildung der Website, wie sie vor relativ kurzer Zeit aussah.
So etwas lässt sich prächtig nutzen, wenn man nach mittlerweile verschwundenen Inhalten oder ganzen Seiten sucht. Doch damit sind die Möglichkeiten nicht erschöpft, berichtet der "New Scientist". Cracker nutzen demnach den Google-Cache, um Einbruchsmöglichkeiten auszutesten.
Das bringt echte Vorteile. Cracker greifen vornehmlich bekannte Sicherheitslücken an, die sie im Trial-and-error-Verfahren ausprobieren, bis sie "drin" sind. Doch die vergeblichen Versuche sind für den Systemadministrator am anderen Ende sichtbar: ein Warnsignal, das oft Gegenmaßnahmen ermöglicht.
An diesem Punkt kommt der Google-Cache ins Spiel. Die dort abgebildeten Seiten sind weitgehend funktionsfähig, das Vorhandensein vieler Sicherheitslücken lässt sich schon anhand des Caches überprüfen. Das gibt dem Cracker eine Gelegenheit zur "Generalprobe": Der am Ende erfolgende Angriff ist dann zielgerichteter und schwerer zu bemerken, als wenn ihm eine Phase des "Stocherns" vorausgeht.
Den Betreibern von Suchmaschinen ist das Problem bekannt, doch in der Verantwortung fühlen sie sich nicht. "Unsere Suchwerkzeuge", kommentierte ein Google-Sprecher, "sind für Rechercheure äußerst nützlich. Es gibt nicht viel, was wir tun könnten, um Hacking zu verhindern." Die Verantwortung dafür, etwas gegen fehlerhaften Code und unzureichende Sicherheitsstandards zu tun, läge bei den Website-Betreibern.
Google gibt allen Website-Betreibern die Möglichkeit, das Cachen von Inhalten und Webseiten zu verhindern. Das geschieht über einen Metatag im Html-Code der Seite, der den Spider-Robotern von Suchmaschinen und Archiven das Abspeichern von Informationen verbietet. Die Missbrauchsmöglichkeiten des Google-Caches sind in dieser Woche eines der Themen der Defcon, des jährlichen Hacker-Kongresses in Las Vegas.