GPS-Web-Handys Das "Next Big Thing"
Endlich traut sich mal wieder jemand, das verzweifelt gesuchte "Next Big Thing" für die finanziell schwer gebeutelte Tech-Industrie auszurufen: GPS-Handys. Während viele Branchenbeobachter das "nächste große Ding" in günstigen UMTS-Alternativen wie WiFi (WLAN) vermuten, setzen die US-Marktforscher von eMarketer dagegen auf mobile GPS-Navigationssysteme (Global Positioning System).
Den M-Trend soll hierbei jedoch nicht das stets innovationssüchtige Silicon Valley, sondern wieder mal Japan setzen. Unter dem Sonnenbanner gelten webfähige Mobiltelefone mit integrierten Digi-Kameras derzeit als Killer-Applikation. Und nun will Nippon Umfragen zufolge auch mobil navigieren: Nach Erhebungen des Wireless-Carriers KDDI möchten sich 84 Prozent der Online-Handy-User künftig unterwegs via Web-Handy orientieren und in Karten stöbern. Was kaum verwundert: Wer jemals versucht hat, sich in einer Mega-Metropole wie Tokio vernünftig zu orientieren oder eine bestimmte Adresse zu finden, weiß sehr gut um den Bedarf dieser Dienste. Die ersten Geräte, die sich mit jeder Drehung des Mobiltelefonier-Surfers neu positionieren, sind bereits auf dem Markt - unter anderem von Panasonic.
Auch wenn die nur wenig erfolgreiche Internationalisierung des i-mode-Dienstes zeigt, dass boomende japanische Mobile-Internet-Konzepte nur schwer auf andere Länder zu übertragen sind, hofft man nun auch in den USA auf eine vergleichbare GPS-Handy-Nachfrage. Zumindest stehen die Mobilfunkunternehmen bereits in den Startlöchern. Allen voran will etwa Verizon Wireless bis im zweiten Quartal 2003 zur Freude aller Wandersleute, Pizza-Boten, Gleitschirmflieger und sonstiger Orientierungsloser jedes zweite Mobilfon mit Global-Positioning-Funktionen ausstatten. In Europa offerieren auch Firmen wie Palm oder Nokia GPS-Module für den Handheld Palm Pilot beziehungsweise den Nokia Communicator.
Nicht zuletzt sollen die Wireless-GPS-Systeme auch bald in Automobilen kräftig Umsätze für die Hightech-Industrie generieren. Die daueroptimistischen Internet-Marktforscher von Forrester Research rechnen zur Freude siechender Telekommunikationsausstatter bereits damit, dass in den Staaten bis im Jahr 2005 gut 30 Millionen Fahrzeuge über mobile Datendienste und GPS-Navigation verfügen.
Damit sind die mobilen Navigationssysteme zumindest Prognosen-seitig tatsächlich schon auf dem besten Weg zum "Next Big Thing".