Grande Nation Frankreich plant eigenes Google Earth
Fast auf den Tag genau vor einem Jahr veröffentlichte Google ein Programm, das so gar nicht zu dem passen wollte, was der Suchmaschinengigant sonst macht. Google Earth ermöglicht virtuelle Rund- und Sturzflüge. Die Erde ist wie in Wirklichkeit eine Kugel, auf die Tausende Satellitenbilder projiziert werden. Weil auch Höhenmodelle berücksichtigt sind, können Surfer sogar in einem 3D-Modell über Land und Meer fliegen.
Nun will Frankreich eine Alternative zu Google Earth anbieten. Das staatliche Institut Géographique National ( IGN ) hat am Freitag bereits eine 2D-Anwendung mit Satellitenfotos von Frankreich gestartet. Mit Google Earth ist das sogenannte Géoportail allerdings nicht vergleichbar - eher mit Google Maps , das Straßenpläne enthält und ebenfalls das Einblenden von Satellitenaufnahmen erlaubt.
400.000 Luftaufnahmen Frankreichs stecken hinter dem französischen Angebot. Die Auflösung soll 50 Zentimeter betragen und damit um ein mehrfaches höher sein als bei Google Earth. Eine 3D-Version, bei der die Fotos auf ein Höhenmodell projiziert werden, ist laut IGN in Vorbereitung.
Ausprobieren kann man das neue Géoportail derzeit jedoch faktisch nicht - die Server sind dem Ansturm der Surfer nicht gewachsen. Statt der erhofften hochaufgelösten Fotos vom Eifelturm oder den Bergen Korsikas bekommen Besucher der Seite nur eine kurze Meldung zu Gesicht: Das Angebot sei überlastet. Es erfolgten zu viele Anfragen, zum Teil mehrere Millionen pro Stunde, heißt es weiter. Beim IGN überlegt man derzeit, wie man den Surferansturm kanalisieren kann, etwa durch Zugänge, die für bestimmte Zeitfenster erteilt werden.
Frankreichs Präsident Jacques Chirac sagte zum Start von Géoportail, es handle sich um den ersten derartigen freien Dienst in Europa und einen großen Schritt nach vorn für alle Bürger Frankreichs. Das angeblich sechs Millionen Euro teure Projekt bietet neben Luftaufnahmen auch Karten und geologische Informationen. Besonders sensible Zonen wurden nach Presseberichten gezielt unscharf gemacht - offenbar, damit sie nicht von Terroristen ausspioniert werden können.
hda