Hacker-Attacke: 1,4 Millionen persönliche Datensätze abgegriffen? - DER SPIEGEL
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Hacker-Attacke 1,4 Millionen persönliche Datensätze abgegriffen?

Namen und Sozialversicherungsnummern sind in den USA Gold wert: damit lässt sich einkaufen, betrügen und allerlei Schindluder treiben. Einem noch unbekannten Hacker könnte es gelungen sein, bis zu 1,4 Millionen Datensätze von einem Uni-Server abzugreifen. Das FBI ermittelt.
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Für einigen Ärger dürfte eine Hacker-Attacke an der University of California in Berkeley sorgen: Dem unbekannten Täter gelang der Zugriff auf einen Computer, auf dem 1,4 Millionen Datensätze mit Namen, Adressen, Telefonnummern und Sozialversicherungsnummern kalifornischer Bürger gespeichert waren. Die Missbrauchsmöglichkeiten sind immens.

Nun droht die Gefahr, dass die wichtigen Daten für Identitäts-Diebstähle genutzt werden. In den USA reicht die Kenntnis der Social Security Number, um im Namen einer anderen Person Kreditkarten oder Darlehen zu beantragen.

Das Problem ist weit verbreitet, verursacht große Kosten und erheblichen Ärger: Um Geldforderungen geprellter Kreditgeber zu vermeiden, muss gegen Rechnungen förmlich Einspruch erhoben, eine Anzeige bei der Polizei eingereicht und eine Sperr-Registrierung für Geldgeschäfte beantragt werden. Regierungsbehörden empfehlen zudem die Einforderung von aktuellen Kontoständen bei allen Geldinstituten, mit denen potenziell betroffene Personen verbunden sind und - im Extremfall - die Beantragung einer neuen Sozialversicherungsnummer. Fällt ein solcher Betrug nicht rechtzeitig auf, kann ein Betroffener seine Kreditwürdigkeit völlig verlieren (analog zum hiesigen Schufa-Eintrag).

Im aktuellen Fall ist die Gefahr solcher Betrügereien besonders groß, weil es besonders wehrlose Menschen treffen könnte: Die Datensätze wurden der Universität von einer Regierungsstelle zu Forschungszwecken überlassen, ohne die Betroffenen darüber zu informieren. Es handelt sich dabei um rund 1,4 Millionen kalifornische Bürger teils hohen Alters. Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die Lohnentwicklung bei Pflegekräften auf die Versorgung von älteren Menschen, die zu Hause betreut werden, auswirkt.

Aufgefallen war der Hack-Einbruch bereits Ende August, die Universität informierte das FBI, das aber bisher ohne Erfolg ermittelte. Die Regierungsbehörde, die die Datensätze weitergegeben hatte, wurde erst am 27. September informiert, die Öffentlichkeit am Dienstag dieser Woche. Nach derzeitigem Kenntnisstand gilt als sicher, dass der Hacker Zugriff zu dem betreffenden Rechner hatte. Nicht bekannt ist, ob und wie viele der sensiblen Datensätze er kopiert hat. Das FBI ermittelt weiter.