Hackerwettbewerb US-Firma ermuntert Virenschreiber
Leesburg - Die Firma GateKeeper verspricht die Gewinnsumme demjenigen, der es zuerst schafft, die E-Mail-Sicherungssysteme des Unternehmens zu durchbrechen und im firmeneigenen Netzwerk ein Virus zu platzieren. Die ersten 100 Dollar des Preisgeldes erhält der Gewinner sofort - die restlichen 9900 Dollar gibt es erst, wenn eine genaue Beschreibung der Vorgehensweise sowie der Quellcode des Virus abgeliefert werden.
Ähnliche Wettbewerbe hat es bisher bereits vielfach für Hacker gegeben, die versuchen mussten, auf einen gesicherten Server zuzugreifen. Vertreter renommierter Antivirenfirmen wie etwa Network Associates oder Trendmicro bemängeln jedoch, dass der GateKeeper-Aufruf eine völlig andere Dimension habe. Bei anderen Hackerwettstreiten sei mit dem Knacken des gesicherten Rechners die Herausforderung beendet. In diesem Fall könnte der einmal geschriebene Virus jedoch weiteren Schaden anrichten, warnen die Konkurrenten.
Es sei nicht auszuschließen, dass sich ein solches bösartiges Programm anschließend aus dem Netzwerk von GateKeeper heraus auf die Rechner Unbeteiligter in aller Welt verbreite. Susan Orbuch, Sprecherin von Trendmicro, nennt daher den Aufruf von GateKeeper "unethisch". Er ermuntere dazu, Viren zu schreiben. Orbuch forderte GateKeeper auf, den Wettbewerb sofort zu beenden.
Das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Virginia gibt sich jedoch zuversichtlich: Schließlich habe das Sicherungssystem bereits das "Kurnikowa"-Virus ohne Probleme außer Gefecht gesetzt. Das bösartige Programm sei in ein virusfreies PDF-Format umgewandelt worden, bevor es die Kunden überhaupt merkten. Auf seiner Homepage gibt GateKeeper daher großzügig Tipps und Hinweise für potenzielle Hacker - inklusive einer Tabelle, die darüber aufklärt, wie das System Mail-Attachments behandelt.