Hardware-Hacker Die schlauste Mausefalle der Welt
Programmierer Scott Metoyer aus dem kalifornischen Städtchen Corona hatte ein Problem: In dem Haus seiner Wohngemeinschaft marodierte eine Maus. Und Metoyer ist zu tierlieb, um traditionelle Fallen aufzustellen.
Zum Glück hatte er sich gerade ein neues Programmiererspielzeug gekauft, das bei diesem Problem helfen konnte: Die Open-Source-Plattform Arduino verbindet einen Mikrocontroller mit einer Programmierumgebung, die es recht einfach macht, physische Objekte zu steuern - Mausefallen zum Beispiel.
Metoyer nahm ein paar Tupperware-Kisten, einen Holzstab und einen Streifen Alu-Folie als Auslöser. Wenn der Arduino-Controller eine Bewegung am Auslöser (unter der aufgebockten, halb offen stehenden Kiste, vor dem Käse) registriert, zieht er den Holzstab weg, die Kiste klappt herunter, die Maus ist gefangen.
Eine Stunde bastelte Metoyer an der Falle, in 30 Minuten programmierte er die Steuerungs-Software.
Obwohl die Falle gut funktioniert (siehe Video oben), kam sie bislang nicht zum Einsatz, wie Metoyer erzählt: "Ich habe die Maus nicht gefangen. Einige meiner Mitbewohner sind nicht so tierlieb wie ich, und ich habe in der Woche ein paar traditionelle Mausefallen im Haus gesehen. Ich fürchte, jemand hat das arme Tier leider so gefangen - ich habe die Maus nie mehr gesehen."
Mausefallen, Sandwich-Toaster und Malmaschinen - SPIEGEL ONLINE zeigt die kuriosesten Erfindungen der Hardware-Hacker.
Schnittchenschmierer
Um zu verstehen, warum dieser Roboter "Sudo make me a sandwich" heißt, muss man etwas über Linux wissen: Mit dem Kommandozeilenbefehl "Sudo" kann man unter Linux- und Unix-Betriebssystemen Programme mit den größtmöglichen Rechten (Root-Rechten) ausführen.
Arg vereinfacht: Wenn man "Sudo" tippt, darf man als einfacher Nutzer mehr (wenn der Superuser das vorher erlaubt hat). Ein ziemlich bekannter Web-Comic nutzt den "Sudo"-Befehl für diesen Sandwich-Gag:
Strichmännchen 1: "Mach mir ein Sandwich."
Strichmännchen 2: "Schmier dir selbst eins."
Strichmännchen 1:"Sudo, mach mir ein Sandwich!"
Strichmännchen 2: "Okay."
Den Roboter zu diesem Gag haben Bre Pettis und Adam Cecchetti von der New Yorker Hacker-Gruppe NYCResistor gebastelt. Zwei Servo- und zwei Schrittschaltmotoren treiben dieses Schnittchen-Maschinchen an, das eigentlich ganz einfach funktioniert.
Man tippt "sudo make me a sandwich" in die Kommandozeile des angeschlossenen Rechners, dann schieben zwei rotierende Roboterarme (bekannt aus den Süßigkeitenautomaten an Bahnhöfen) eine Scheibe Toastbrot, eine Scheibe Käse, dann noch einen Toast einen kleinen Abgrund hinab. Sie fallen auf ein Blech, das automatisch in einen Ofen geschoben und nach kurzer Garzeit wieder herausgezogen wird.
Der Popcorn-Holer
Der Roboter Coppa ist groß wie eine Wassermelone, fährt auf Gummireifen umher, kostet gut 1600 US-Dollar, lässt sich von einem Netbook steuern und gehorcht Programmiersprachen wie C, C++ und Visual Basic. Der US-Hersteller liefert den programmierbaren Gefährten mit Abstandsmesser, Kamera und allen erdenklichen Sensoren aus.
Was man damit machen kann, zeigt der Hersteller RoBeDoRobotics in diesem Video: Über seinen iPod Touch befiehlt der Hardware-Hacker per Twitter seinem Roboter, etwas Popcorn fertigzumachen und ans Sofa zu liefern.
Jäger und Sammler
Die Forscher am Healthcare Robotics Lab der Georgia Tech University entwickeln und testen eine Reihe günstiger Greifarme für Haushaltsroboter des Herstellers iRobot. Das in diesem Video zu sehende System zeigten die Entwickler auf der Robotikmesse ICRA in Kobe. Die Erfolgs- ergo Zugriffsquote soll nach Test mit 34 verschiedenen Objekten (von Tabletten bis Flaschen) bei 95 Prozent liegen.
Lego-Zeichner
Daniele Benedettelli studiert Technische Informatik in Siena. Das Studium hat den 24-Jährigen wieder für Lego begeistert: Er entdeckte 2003 die programmierbare Mindstorms-Reihe für sich, experimentierte, schrieb seine Bachelor-Arbeit über die Programmierung mehrerer Mindstorms-Roboter, die als Kollektiv handeln, konstruierte 2007 einen Lego-Roboter, der den Rubik-Würfel in Form bringt und zeigt nun einen Lego-Automaten, der -von einer PC-Software gesteuert - digitale, einfacher gerechnete Bilder von Roboterhand nachzeichnet.