HDTV: Durchbruch in zwei Jahren? - DER SPIEGEL
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HDTV Durchbruch in zwei Jahren?

Die Konkurrenz verschiedener Standards bei der Digitalisierung des Fernsehens bremst den Markt aus, meint Gerhard Schaas, Chef der Deutschen TV-Plattform - und fordert europäische Normen. HDTV, Handy-TV und IPTV hätten erst dann eine Chance, einen Massenmarkt zu erreichen.
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Berlin - Zur Beschleunigung der Digitalisierung der Fernsehwelt haben Experten gefordert, verschiedene Techniken und Systeme europaweit zu vereinheitlichen. "Viele relativ kleine Marktinseln sind in Europa entstanden, die Märkte sind fragmentiert, die Branche leidet unter Verzettelung", sagte der Vorsitzende der Deutschen TV-Plattform, Gerhard Schaas, am Freitag zum Auftakt der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Es müsse alles getan werden, um die Marktbarrieren zu überwinden.

Die Deutsche TV-Plattform ist ein Zusammenschluss von Programmherstellern und -anbietern, privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Netzbetreibern und Industrieunternehmen. "Wir müssen großflächige einheitliche Märkte auch in Europa schaffen", forderte Schaas. So sei etwa der Grad der Digitalisierung im Kabel in Deutschland mit nur 20 Prozent noch viel zu gering. Grund dafür sei, dass nahezu jeder Kabelnetzbetreiber seine eigene Spezifikation habe und sich so ein freier und offener Markt nicht entwickeln könne. Auch das mobile Fernsehen, landläufig als Handy-TV bezeichnet, sei eine Baustelle. Die Entwicklung sei praktisch zum Stillstand gekommen.

HDTV: Warten auf ARD und ZDF

Das digitale Antennenfernsehen DVB-T sei demgegenüber eine Erfolgsgeschichte. Anfang 2003 gestartet stehe die Digitalisierung dieses Verbreitungsweges kurz vor dem Abschluss. Ende des Jahres werde der Netzausbau im Wesentlichen abgeschlossen sein. Rund 90 Prozent der Bevölkerung würden dann über terrestrische Ausstrahlung erreicht.

Für das Fernsehen übers Internet, das IPTV, müssten ebenfalls Barrieren beseitigt werden, sagte Schaas. Zwischen den Marktteilnehmern müsse Verständigung hergestellt werden. Bislang hätten sich rund 250.000 Haushalte für IPTV entschlossen.

Den endgültigen Durchbruch für das hochauflösende Fernsehen HDTV erwartet Schaas 2010, wenn ARD und ZDF den Startschuss für einen Regelbetrieb geben. Bislang sei es für viele Käufer von HD-Fernsehgeräten störend gewesen, wenn sie zu Hause feststellten, dass die Bilder nicht so aussähen wie im Laden, räumte Schaas ein. Wenn die öffentlich-rechtlichen Programme jedoch 2010 starteten, sei davon auszugehen, dass auch die Privaten folgen würden.

pat/AP

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