Hightech-Krieg Roboter-Blackout in der Wüste
Los Angeles - 15 Teams waren heute in der kalifornischen Mojave-Wüste in Barstow angetreten, um ihren großen Traum zu erfüllen: Ihre Hightech-Gefährte sollten die rund 320 Kilometer lange Strecke zwischen Los Angeles und Las Vegas bewältigen - und zwar ohne Fahrer, ohne Fernsteuerung und in nur zehn Stunden. Doch die Wunderwerke der Technik entpuppten sich allesamt als Flop, beobachtete ein Team von SPIEGEL TV.
Die meisten Wagen steuerten bereits nach wenigen Minuten ins Gebüsch. Auch der mutige Versuch ein autonomes Motorrad auf die Reise zu schicken, scheiterte schon nach einem Meter. Mit lautem Rumms krachte das Zweirad in den braunen Staub, einige Elektroteile fielen einfach ab.
Der Favorit, ein feuerwehrroter Hummer namens "Sandstorm", der mit allen erdenklichen technischen Raffinessen ausgerüstet war, rammte etwa zwei Meilen nach dem Start den Pfosten eines Zauns. Wenige Meter später überfuhr er mit lautem Krachen den zweiten Begrenzungspfosten eines Gatters. Zwar gab das rote Mobil dann noch einmal Vollgas, doch ein paar Meilen später war auch dieser Traum vom Millionengewinn beendet.
Im "Sandstorm"-Team herrscht Ratlosigkeit und Enttäuschung: Es habe auf keinen Fall an der Hightechausrüstung gelegen, versichern die Tüftler. Dass der Gigant in der Wüste einfach nicht mehr weiter fuhr, müsse an einem mechanischen Fehler liegen. Vielleicht sei ja eine Achse beschädigt worden. Oder der Motor ausgefallen. Leiter William "Red" Whittaker gibt sich trotzdem gefasst: "Wir sollten nicht traurig sein. Der Roboter hat ja auch keine Emotionen. Er ist nun mal nur einen Maschine, die einfach nicht funktioniert hat."
Der "Grand Challenge"-Wettbewerb geht auf eine Initiative der Darpa, der Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums zurück. Die Pentagon-Strategen suchen Lösungen für den Krieg der Zukunft: Roboter-Panzer, die selbständig in die Schlacht ziehen können.
Der Leiter des "Grand Challenge"-Programms, José Negron, ist trotz der Misserfolge begeistert: "Trotz allem wird die Technik, die wir hier heute gesehen haben, die Schlachtfelder der Zukunft verändern. Und damit das Leben amerikanischer Soldaten retten."
In 18 bis 24 Monaten soll die Rallye wiederholt werden. Dann wollen die meisten Teams wieder dabei sein.