IBM Goodbye Microsoft?
New York - IBM will das Betriebssystem Linux zu einem "Herzstück" seiner Hardware-Strategie machen. Das hat Big Blue am Montag mitgeteilt. Experten sehen darin den bislang größten Schritt eines bedeutenden Computer-Herstellers weg von Unix oder Microsoft und hin zu einem alternativen Betriebssystem.
Sam Palmisano, Chef der IBM Server Group, erklärte, dass zukünftig alle wichtigen Produktlinien des Computer-Riesen Linux-fähig sein sollen. Damit werden vereinzelte Initiativen, die IBM bereits im vergangenen Jahr gestartet hatte, unter einem Dach zusammengeführt.
"Wir stehen an der Schwelle zu einer weiteren wichtigen Umwälzung in der Welt der Technologie", so Palmisano in einem Brief an IBM-Chef Louis Gerstner. "Die nächste Generation unserer E-Business-Kunden verlangt offene Standards, die sich leicht auf andere Plattformen übertragen lassen.
Bislang laufen die verschiedenen IBM-Computer, vom Großrechner bis zum Heim-PC, mit zahlreichen unterschiedlichen Betriebssystemen. Linux könnte eine Brücke zwischen all diesen Systemen bilden und die bestehenden Unterschiede abbauen.
IBMs Schritt hin zum alternativen Betriebssystem ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Linux auf dem besten Weg ist, zu einem der Betriebssysteme der Zukunft zu werden. Seine wachsende Popularität hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass der Linux-Quellcode - anders als bei Microsoft und Sun - öffentlich zugänglich ist und ständig verbessert wird.
Auch IBM will sich an dieser Weiterentwicklung beteiligen. Wie Palmisano sagte, wird der Computer-Hersteller eng mit Linux-Entwicklern zusammenarbeiten und den Programmcode für seine Technologie weltweit verfügbar machen.
Daneben sollen ein "aggressives Marketing" und hohe Investitionen sicherstellen, dass der Schritt hin zum neuen Betriebssystem kein Reinfall wird. Denn der Sprung auf den - im Moment noch langsam fahrenden - Linux-Zug ist zwar ein geschickter, aber nicht ungefährlicher Schachzug. Sam Palmisano allerdings ist sich sicher, dass die Entscheidung richtig war. "Die Auswirkungen auf IBM, seine Server und seine Software, werden riesig sein."