Ifa 2008: Weniger Besucher, mehr Aufträge - DER SPIEGEL
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Ifa 2008 Weniger Besucher, mehr Aufträge

Freude bei der Messe Berlin GmbH und den Ausstellern: Die Internationale Funkausstellung 2008 war ein voller Erfolg, brachte fette Auftragseingänge. Etwas säuerlich reagierten die Messebetreiber nur auf die Zollrazzien während der Veranstaltung.
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LG-Electronics "zieht eine positive Bilanz", Philips ist "sehr zufrieden mit dem Verlauf" und die Messegesellschaft ist begeistert, weil die Internationalität der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin ein "neues Rekordniveau" erreichte. 1245 Aussteller aus 63 Staaten haben teilgenommen, im vergangenen Jahr kamen die 1212 Aussteller noch aus nur 32 Ländern. Mehr Besucher als sonst konnte die Leistungsschau der Unterhaltungselektronik aber trotzdem nicht anlocken.

Schwammig vermeldet die Betreibergesellschaft der Messe, es seien rund 220.000 Teilnehmer über das Messegelände am Funkturm geschlendert. 2007 konnte man noch exakt 222.780 Gäste zählen. Ein paar weniger sind es also wohl gewesen in diesem Jahr. Die Erweiterung der bislang auf Unterhaltungselektronik fokussierten Messe um Waschmaschinen, Kühlschränke und Dunstabzugshauben konnte keine neuen Besuchergruppen erschließen. Abgeschreckt haben die Hausgeräte aber auch niemanden.

Viele Aussteller sind ohnehin ausgesprochen glücklich, endlich ihr komplettes Sortiment nach Berlin schaffen zu dürfen. Für Philips etwa, sei das neue Konzept "bestens aufgegangen", sagt der Leiter der Consumer-Lifestyle-Sparte des Elektronikkonzerns, Henrik Köhler. Luc Graré von LG Electronics schwärmt von der einmaligen Möglichkeit, "alle Produktbereiche einem breiten Publikum und den Händlern komprimiert auf nur einer Messe zeigen zu können".

Die Zufriedenheit dürfte freilich vor allem auf die regen Geschäfte während der Messe zurückzuführen sein. Die Orderbücher der Aussteller platzen förmlich vor Aufträgen. Insgesamt seien während der Messe Bestellungen im Wert von mehr als drei Milliarden Euro vereinbart worden, verkündet die Messegesellschaft. Im vergangenen Jahr mussten sich die Hersteller noch mit 2,75 Milliarden zufriedengeben, was ja auch schon nicht übel war.

Einen bitteren Beigeschmack hinterlässt bei etlichen Ausstellern und der Messegesellschaft allerdings die Durchsuchungsaktion, mit der der Zoll die Messebetreiber an den ersten beiden Messetagen auf Trab hielt. Auf Betreiben der Patentverwertungsfirma Sisvel hatten die Beamten insgesamt 69 Messestände durchsucht, insgesamt fünf Lkw-Ladungen Elektrogeräte, darunter Navigationsgeräte, MP3-Player und Fernseher, beschlagnahmt.

Nach Ansicht von Sisvel hatten es die Hersteller oder Aussteller der konfiszierten Geräte versäumt, Abgaben für einige Patente zu entrichten, die Sisvel für deren Inhaber verwaltet. Ifa-Direktor Jens Heithecker kritisierte die Aktion als teilweise unverhältnismäßig. Es seien auch unbescholtene Unternehmen getroffen worden.

Ungeachtet der Zollaktionen wird die Ifa aber auch 2009 wieder stattfinden, fast genau in einem Jahr, vom 4. bis zum 9. September. Und dann werden sicher auch die Hausgeräte wieder dabei sein und möglicherweise noch mehr Raum beanspruchen als in diesem Jahr. Nur den Titel der Messe sollte die Betreibergesellschaft bis dahin vielleicht doch noch einmal überdenken.

mak

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