IFA-Auftakt: Die Branche ist unzufrieden - DER SPIEGEL
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IFA-Auftakt Die Branche ist unzufrieden

Trotz Rekordverkäufen von Flachbildschirmen hat die Unterhaltungselektronik-Branche in Deutschland im ersten Halbjahr 2006 leichte Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Für das Weihnachsgeschäft erwartet man am Tag vor der IFA-Eröffnung dennoch Positives - nicht zuletzt dank der Mehrwertsteuer.
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Der Umsatz sei um 1,5 Prozent gesunken, sagte der Vorsitzende des Fachverbandes Consumer Electronics, Hans-Joachim Kamp, am Mittwoch einen Tag vor Eröffnung der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Für das ganze Jahr werde dennoch mit einem Umsatzwachstum von knapp vier Prozent auf dann mehr als 22 Milliarden Euro gerechnet.

Kamp machte für das bislang enttäuschende Ergebnis Umsatzrückgänge bei Informationstechnologie und Telekommunikation verantwortlich.

Diese hätten die "überaus positive Entwicklung der klassischen Unterhaltungselektronik" mit einem Umsatzplus von über zehn Prozent auf 13,5 Milliarden Euro aufgehoben. Allein der Umsatz bei Fernsehern sei um über 30 Prozent gewachsen.

Die dennoch positive Prognose für das Gesamtjahr begründete Kamp damit, dass die IFA und das Weihnachtsgeschäft positive Impulse geben würden. Darüber hinaus werde die am 1. Januar 2007 bevor stehende Mehrwertsteuererhöhung Konsumenten veranlassen, noch in diesem Jahr Geräte zu kaufen.

Die klassische Unterhaltungselektronik boomt auch in anderen europäischen Ländern, wie Kamp berichtete. Schweden rechnet den Angaben zufolge für 2006 mit einer Wachstumsrate von 23 Prozent, gefolgt von Frankreich (20 Prozent) und England (18 Prozent). Das Wachstum entstehe vor allem durch Innovationen. So seien vor sechs Jahren 51 Prozent des Umsatzes mit TV-Modellen erzielt worden, die weniger als ein Jahr im Markt waren. 2005 habe dieser Anteil 77 Prozent betragen.

Markenbewusstsein erlebt Aufschwung

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, Rainer Hecker, wies darauf hin, dass das Markenbewusstsein der Konsumenten eine Renaissance erlebe. So achteten 83 Prozent der Kunden wieder zuerst auf Qualität und nur 17 Prozent auf den Preis. Den Trend begründete er so: "Markenprodukte stehen nicht nur für höchste technische Qualität, sondern garantieren noch viele Jahre nach dem Kauf Sicherheit durch Service und Nachrüstmöglichkeiten." Die IFA soll am morgen) Abend von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet werden. Die Unterhaltungselektronik-Branche erwartet Rekordgeschäfte. Im vergangenen Jahr seien Aufträge im Wert von 2,5 Milliarden Euro gezeichnet worden. "Wir hoffen, dass wir das in diesem Jahr noch übersteigen werden", sagte der Geschäftsführer der Messe Berlin, Christian Göke. Insgesamt präsentieren 1.049 Aussteller aus 651 Ländern ihre Neuigkeiten.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem das hoch auflösende Fernsehen HDTV, LCD- und Plasma-Flachbildschirme sowie der Kampf der DVD-Nachfolgeformate Blu-ray und HD-DVD. Weitere Themen sind das Internetfernsehen, mobile Fernsehempfangsgeräte und die neuesten MP3-Player. Erst vor gut sechs Monaten hatten die Veranstalter beschlossen, die bislang alle zwei Jahre stattfindende IFA künftig im jährlichen Turnus zu veranstalten.

Für Besucher ist die IFA ab Freitag bis zum 6. September jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 13, ermäßigt 9,50 Euro.

cis/AP

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