IFA Größer, flacher, breiter
Auf der IFA werden mit der HD-DVD und der Blue-ray-Disc die beiden um die Nachfolge der DVD ringenden Formate in den europäischen Markt eingeführt. Branchengrößen wie Intel, IBM und Toshiba setzen auf die einlagig rund 20 Gigabyte Daten und zweilagig 30 Gigabyte fassende HD-DVD. Demgegenüber passen auf eine Blu-ray Disc mit 27 Gigabyte sogar rund sechsmal mehr Daten als auf die herkömmliche DVD. Wird sie zweilagig mit Daten bespielt, passen sogar bis zu 54 GB auf Blu-ray Disc. Unterstützt wird das Format von Herstellern wie Sony, Sharp und Thomson.
Auf einen gemeinsamen Standard haben sich beide Lager bislang nicht verständigen können. Die Hersteller von Blu-ray-Disc-Geräten werben damit, dass die neuen Scheiben für eine Bildqualität stehen, die es bisher nur im Kino gab. Davon können sich Messebesucher auf dem Gelände unter dem Funkturm ab Donnerstag bei Betrachtung der ersten Seriengeräte selbst überzeugen. Zu sehen sind einfache Abspielgeräte genauso wie Brenner samt der dazugehörigen Rohlinge und Software. Unter anderem zeigt Toshiba (Halle 21, Stand 101) seine ersten HD-DVD-Player für den europäischen Markt.
Die Branche der Unterhaltungselektronik erwartet sich von der IFA einen deutlichen Wachstumsschub für das zweite Geschäftshalbjahr. Mit dazu beitragen sollen vor allem die hochauflösenden Flachbildfernseher und Bildschirme. Vom Schwung durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland beflügelt hat die Branche nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahrezeitraum rund 130 Prozent mehr LCD- und etwa 80 Prozent mehr Plasma-Fernsehgeräte verkauft.
Dennoch stellen die aktuellen Bildschirmtechnologien LCD und Plasma, nach gfu-Angaben erst knapp zehn Prozent des weltweiten TV-Gerätebestands. Wer den Kauf eines neuen Geräts zu Weihnachten überlegt, kann sich in Berlin von der optischen Qualität der neuen HDTV-Generation überzeugen. Immer mehr Geräte unterstützen dabei die volle Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten.
Weiteres Messe-Thema dürfte das Überall-Fernsehen Handy-TV sein. Dort zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der DVD-Nachfolge. Allerdings konkurrieren auch beim mobilen Fernsehen noch zwei verschiedene Standards miteinander: DMB und DVB-H. Wie bei der DVD lässt sich derzeit nicht sagen, welcher Standard sich letztlich durchsetzen wird. Mit einem großflächigen Start wird frühestens im kommenden Jahr gerechnet. In Berlin können unter anderem auf den Ständen der Telefon-Hersteller Samsung und LG bereits erste serienreife DMB-Endgeräte begutachten werden. Auch DVB-H-Geräte sind zu sehen.
Von André Klohn, ddp