Imageschaden Doubleclick geht zur Gegenoffensive über
Die weltweiten Proteste gegen DoubleClick verstummen nicht. Doch die Firma, die das weltgrößte Internet-Werbenetzwerk betreibt, ist jetzt in die Gegenoffensive gegangen. Auf 50 Millionen Banner-Werbungen platzierte sie Hinweise auf ihre "Internet Privacy Education Campaign", die Internet-Shoppern ein "Opt-Out" aus ihrem Kunden-Profiling erleichtern soll: Jeder soll die Chance haben, sich ohne einen von Cookies produzierten Datenschatten im Web zu bewegen.
Ein Cooky ist ein kleines Programm, das von einer Website auf der Festplatte des Besuchers platziert wird. Beim nächsten Besuch meldet es sich beim Betreiber der Site zurück und kann persönliche Informationen des Kunden ohne dessen Wissen weitergeben.
Grund der Proteste war ein heimliches Anlegen von Konsum-Profilen der Internetsurfer durch DoubleClick: Cookies der Firma verfolgen Surfer-Aktivitäten im Netz und sind Verbraucher- und Datenschützern darum ein Dorn im Auge. Deren Kritik steigerte sich im vorigen Jahr, als DoubleClick den Direkt-Marketing-Spezialisten Abacus für 1,7 Millionen US-Dollar kaufte.
Abacus verfügt über eine der größten Verbraucherdatenbanken der USA und in der "Abacus Alliance" erhalten E-Commerce-Anbieter Informationen über die Vorlieben der Surfer. Dies erlaubt es, den Konsumenten mit maßgeschneiderter Werbung zu erreichen. Doch nicht jeder ist von dieser fürsorglichen Behandlung begeistert.
Beth Givens vom "Privacy Rights Clearinghouse", einer in San Diego beheimateten Verbraucherschutz-Vereinigung, warnt: "Wir wollen, dass die Leute sorgfältig darüber nachdenken, ob sie ihre persönlichen Daten im Internet verteilen möchten. Profiling nimmt immer mehr zu, aber niemand weiß genau, wie seine Daten am anderen Ende des Drahtes benutzt werden."
Den Kritikern erscheint die "Privacy Education"-Kampagne von DoubleClick als pure Schönfärberei. Der weltgrößte Kunden-Profiler hätte aus ihrer Sicht selbst eine "Datenschutz-Erziehung" nötig.