Intel: Helfen Milliardeninvestitionen aus der Krise? - DER SPIEGEL
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Intel Helfen Milliardeninvestitionen aus der Krise?

Mit finanziellen Anstrengungen in Milliardenhöhe will sich Intel gegen die Hightech-Rezession rüsten. "Unsere Investitionen werden sich durch Einsparungen selbst finanzieren", verspricht Unternehmens-Chef Craig Barrett.
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San Jose - Die Zeichen in der Computer-Industrie stehen im Vorfeld der Computermesse Cebit auf Sturm. Die Nachfrage nach Hightech-Produkten in Deutschland und Europa wächst nicht so stark, wie sich die Hersteller erhoffen. In den USA sind sogar deutliche Anzeichen einer Rezession sichtbar. Intel, der weltgrößte Chip-Produzent, will sich durch den Konjunktur-Abschwung jedoch nicht aus dem Konzept bringen lassen: "Wir fahren auf einer Achterbahn gerade nach unten. Es geht aber auch wieder hinauf", sagte Intel-Chef Craig Barrett auf dem Intel Developer Forum im kalifornischen San Jose.

Obwohl manche Industrie-Experten den Rummel um überzogene Hoffnungen auf das Internet für die düstere Lage der Computerindustrie verantwortlich machen, setzen Barrett und sein Unternehmen weiter voll auf das weltweite Datennetzwerk als das ökonomische Fundament der Zukunft. "Die Ausprägung des Internet, die Ausprägung dieser digitalisierten Welt steckt immer noch in den Kinderschuhen", meint Barrett.

Rund 12 Milliarden Dollar an Investitionen

Der Chip-Konzern will mit einem umfangreichen Investitionsprogramm selbst ein Zeichen setzen: Rund 12 Milliarden Dollar (25,7 Milliarden Mark) will Intel in diesem Jahr in die eigene Forschung und Entwicklung sowie den Bau von Produktionsanlagen stecken, um mit neuen Produkten einen Weg aus der Rezession zu finden. "Unsere Investitionen werden sich durch Einsparungen selbst finanzieren", rechnete Barrett den Konferenzteilnehmern vor. "Wir werden mit neuer Technologie und neuen Produkten den Weg aus der Rezession finden."

Die auf der Entwickler-Konferenz vorgestellten Neuerungen betreffen jedoch vor allem das finanziell kleine Marktsegment der größeren Server-Rechner. Hier konnte Intel erstmals einen lauffähigen Prototypen seines neuen Super-Chips vorstellen, der unter dem Codenamen "McKinley" entwickelt wurde. Was etliche Fachleute auf dem Forum beeindruckte, wird jedoch auf das Brot-und-Butter- Geschäft des Chip-Riesen, den PC-Prozessor-Markt, wenig Einfluss haben.

Hier steht Intel vor einem schwierigen Wechsel vom Pentium III auf das Nachfolgemodell. Paradoxerweise laufen manche bestehenden Softwarepakete auf dem neuen Pentium 4 langsamer als auf dem Vorläufer. Außerdem hängen in Tests von Computerzeitschriften und Onlinediensten immer wieder Chips des Intel-Konkurrenten AMD die Pentium-Prozessoren ab. Intel-Manager erklären die Performanceprobleme des neuen Flaggschiff-Produkts damit, dass bislang nur wenige Programme die neue Architektur des Pentium 4 ausnutzen. Da aber viele Käufer so lange warten werden, bis eine stattliche Anzahl von speziell angepassten Applikationen auf dem Markt sind, kann Intel in diesem Jahr noch nicht voll mit einem Verkaufserfolg rechnen. Daran wird auch der zu erwartende Werberummel zur Cebit nichts ändern.

Produktivität soll steigen

Größere Bedeutung für Intel werden die Bemühungen haben, die Produktivität der Chip-Fabriken zu steigern. Ein großer Teil der Intel-Investition fließt in den Umstieg auf eine neue Kupfer-Prozesstechnik. Außerdem ist es Intel gelungen, die Silizium-Scheiben (Wafer) von 20 auf 30 Zentimeter Durchmesser zu vergrößern. Damit kann die Zahl der Chips, die aus einem Wafer entstehen, um bis zu 225 Prozent gesteigert werden. Die Produktionskosten sinken dadurch um rund ein Drittel.

Christoph Dernbach, dpa

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