Intels Itanium Linux ja, Windows nein
Hannover - Im Vorfeld der Cebit stellte der kalifornische Marktführer Intel am Mittwoch seinen ersten Prozessor vor, der doppelt so viel Daten auf einmal aus dem Arbeitsspeicher holen kann wie bisher: Der Prozessor mit dem Markennamen Itanium verfügt im Unterschied zu den 32-Bit-Chips der Pentium-Reihe über eine 64-Bit-Architektur und wird auf der Cebit unter anderem von Compaq, Fujitsu-Siemens und Hewlett-Packard gezeigt.
"In der dritten Generation des E-Business durchdringt das Internet die gesamte Wertschöpfungskette", sagte der für das "Electronic Business" zuständige Intel-Vizepräsident John Davies. Für die Internet-Geschäfte zwischen Unternehmen - in der Branche kurz als B2B (Business to Business) bezeichnet - biete der neue Itanium-Prozessor die erforderliche Rechenleistung.
Intel arbeite mit den führenden Software-Unternehmen zusammen, damit es auch die optimalen Programme für den Itanium gebe. Noch ist es allerdings nicht soweit: So laufen die bisherigen Versionen des Betriebssystems Windows nicht mit dem Itanium; eine 64-Bit-Version von Windows ist derzeit in Entwicklung. Das Betriebssystem Linux kann dagegen bereits mit dem neuen Prozessor zusammenarbeiten. Die ersten Systeme mit dem Itanium sollen in der zweiten Hälfte dieses Jahres ausgeliefert werden.
Während der Itanium zunächst mit einer Taktrate von 800 Megahertz startet, will Intel in der Pentium-Reihe demnächst die ersten Prozessoren mit einem Gigahertz auf den Markt bringen. Auf der Pressekonferenz vor der Cebit demonstrierte Intel außerdem einen Pentium-Nachfolger mit dem Codenamen Willamette, der eine Taktrate von 1,5 Gigahertz erzielt.
Bei den Prozessoren für den Desktop-PC sieht sich Intel verstärkt der Konkurrenz durch das amerikanische Unternehmen AMD ausgesetzt, das in Dresden kürzlich eine moderne Fertigungsstätte für seine Athlon-Prozessoren in Betrieb genommen hat. Derzeit hat Intel bei Prozessoren für den PC aber noch einen Marktanteil von schätzungsweise 90 Prozent.