Internet-Browser: Microsoft-Urteil bleibt weitgehend folgenlos - DER SPIEGEL
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Internet-Browser Microsoft-Urteil bleibt weitgehend folgenlos

Auch wenn Microsoft schuldig gesprochen wurde, seinen Internet Explorer widerrechtlich mit dem Betriebssystem Windows gekoppelt zu haben, muss niemand auf seinen gewohnten Browser verzichten. Etwaige Folgen des Urteils werden frühestens in einigen Jahre zu spüren sein - wenn überhaupt.
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"Wir stehen vor einer mindestens zwei Jahre dauernden gerichtlichen Auseinandersetzung", sagte Wise Young, Computerexperte an der Rutgers University, dem Internet-Dienst "Wired News". In ein paar Jahren habe sich die Computerlandschaft aber bereits total verändert. "Die heutige Gerichtsentscheidung hat im wirklichen Leben keine großen Auswirkungen."

Eine Einschätzung, die auch David Anderson von der Firma Anderson Associates teilt. Statt auf dem eigenen Computer würden zukünftig viele wichtige Informationen direkt im Internet abgelegt. Das Betriebssystem verliere zunehmend an Bedeutung. "Schon bald werden alle Anwendungen über Web gestartet, und der Browser wird zum Betriebssystem", erklärte Anderson gegenüber "Wired News".

Eine Entwicklung, die sich der Softwarekonzern aus Redmond offensichtlich zunutze macht. "Microsoft ist für die Zukunft gut vorbereitet", sagte Anderson. "Die Mühlen der Justiz dagegen mahlen äußerst langsam."

So langsam, dass sich der Browsermarkt zum Zeitpunkt einer endgültigen Entscheidung schon total anders darstelle als heute, meint auch Rechtsanwalt Harvey Jacobs - mit erheblichen Vorteilen auf Seiten Microsofts. "Auf lange Sicht könnte Microsoft die Schlacht verloren aber den Krieg gewonnen haben", so der Internetexperte.