Internet-Dorf Willkommen in Half.com
Halfway braucht Hilfe. Eine Menge Hilfe. Die Geschäfte in dem kleinen Dorf im Nordwesten der USA laufen schlecht. Läden schließen. An der Forst- und Milchwirtschaft ist nicht mehr viel zu verdienen. Und die einst florierenden Goldminen sind schon lange ausgebeutet.
Auch Joshua Kopelman ist für jede Unterstützung dankbar. Mit seiner im vergangenen Jahr gegründeten Firma Half.com will der 28-Jährige nach eigenen Worten neue Wege im E-Commerce beschreiten. Nur weiß davon noch niemand.
"Das muss sich ändern", dachte sich der Existenzgründer und trat an den Gemeinderat von Halfway heran. Sein Angebot: Das 365-Seelen-Dorf benennt sich in Half.com um und erhält im Gegenzug einen subventionierten Internetzugang, eine Beteiligung am Firmenkapital und "attraktive Veranstaltungen" - einschließlich einer Tombola beim Dorf-Jahrmarkt.
Ein Angebot, das der siebenköpfige Gemeinderat offensichtlich nicht ausschlagen konnte. Einstimmig einigte sich das Gremium darauf, die Namensänderung des fast 200 Jahre alten Dorfes in Angriff zu nehmen. Der Flecken, inmitten schneebedeckter Berge gelegen, erhofft sich durch diesen Schritt nicht nur jede Menge Aufmerksamkeit, sondern auch viele neue Touristen. "Half.com ist unsere Fahrkarte in ein neues Zeitalter", sagt Gemeindeplanerin Patti Huff.
Kopelman macht keinen Hehl daraus, wo seine Interessen wirklich liegen: "Machen wir das, um Aufmerksamkeit zu erregen? Klar. Aber auch die Gemeinde profitiert von der Zusammenarbeit." Zwar müssten noch abschließende Verhandlungen zwischen den beiden Seiten geführt werden, aber auch Huff ist sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. "Wir müssen das einfach tun", sagt die Gemeindeplanerin. "Wir haben keine andere Wahl."