Internet-Nutzung Smørrebrød, die Asiaten kommen!
Seit Jahren beobachtet die Uno-Tochter International Telecomunication Union ITU den Grad der weltweiten Vernetztheit. In diesem Jahr wurden erstmals 178 Länder in einer systematischen Studie nach einer Reihe von Kriterien untersucht. Dazu gehörten die Zahl der Telefonleitungen, Zahl der Mobiltelefone je Einwohner, die Kosten für den Internet-Zugang, die Geschwindigkeit der Verbindungen und die Zahl der Menschen, die einen Online Zugang haben. Daraus wurde dann ein Digitaler-Zugangs-Index (Digital Access Index) errechnet.
Wenn es um die Möglichkeit des Internet-Zugangs geht, sind die skandinavischen Länder demnach weiter weltweit führend. Doch asiatische Länder wie Südkorea holen stark auf.
Schweden liegt vor Dänemark und Island, Norwegen ist fünfter. Die starke Stellung der nordischen Länder liege an ihrer traditionellen Betonung des gleichberechtigten Zugangs für alle, ihrer Liebe zur Technik und der erstklassigen Infrastruktur, heißt es in dem ITU-Bericht.
Südkorea, mit einem besonders hohen Anteil an Breitbandanschlüssen, liegt an vierter Stelle, Hongkong und Taiwan auf Platz sieben und neun. Die USA landen in der Liste nur auf Platz elf. Dies liege unter anderem an ihrem unterentwickelten Mobilfunksystem, erklärte der Autor des Berichts, Michael Minges. Die US-Regierung habe wenig für den Wettbewerb in diesem Bereich getan, weshalb die Preise im Vergleich zu Asien besonders hoch seien. Deutschland liegt auf Rang 18.
Die Studie vergleicht auch den Stand in 40 führenden Ländern 1998 und 2002. "In den letzten vier Jahren hat sich viel verändert", sagt Minges. "Es bewegt sich in Richtung Asien und weg von den englischsprachigen Ländern." Südkorea stieg von 1998 bis 2002 um 20 Plätze nach oben, Taiwan 13, Singapur fünf und Japan vier.
Zurückgefallen seien die englischsprachigen Länder, sagt Minges. Großbritannien fiel um drei Plätze, Kanada und die USA um fünf, Australien um acht und Neuseeland um neun Plätze.
Trotzdem: Bei allen genannten Ländern handelt es sich um solche in der Spitzengruppe der Nationen mit einem "High Access".
Über den Sinn und Verstand solcher Indices lässt sich streiten. Eine hohe Quote von Mobiltelefonen kann beispielsweise durch eine sehr günstige Preisung, aber auch dadurch bedingt sein, dass die Festnetz-Infrastruktur in einem Land ungewöhnlich schwach ausgebaut ist. Ebenso wenig hinterfragen solche Studien, wozu die Digitalmedien dann genutzt werden: Sie erklären quasi das "Verdrahtetsein" zum Sinn an sich.