Internet via Steckdose Macht RWE kurz Schluss?
Die Aktivitäten würden zum 30. September beendet, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Mittwoch unter Berufung auf den Geschäftsführer der RWE Powerline, Carsten Knauer. Neben technischen Problemen mit dem Modem der Schweizer Firma Ascom wurden mangelnde Kapazitäten in zusammenhängenden Frequenzbereichen als Gründe genannt. Bei dem Unternehmen war bislang keine Stellungnahme erhältlich.
Nach den Anschlägen am 11. September vergangenen Jahres seien zunehmend Frequenzbänder für Sicherheitsdienste wie den Bundesnachrichtendienst und Seefunk reserviert worden, hieß es in dem Zeitungsbericht. Daher könne in der vorgesehenen Form die Powerline-Technologie nicht mehr etabliert werden.
RWE Powerline hat nach den Angaben derzeit noch 34 Mitarbeiter. Eine Weiterbeschäftigung in anderen Konzernbereichen werde geprüft.
Bereits im Mai hatte RWE Powerline technische Probleme mit dem Modem als Grund genannt, warum das Internet via Steckdose noch nicht zum Produkt für den Massenmarkt gereift war. Nur 2000 Kunden hätten gewonnen werden können, hieß es damals. Man sei aber in Verhandlungen mit potenziellen Kooperationspartnern.
Ascom hatte indes technische Probleme bestritten und auf 60 Pilotinstallationen verwiesen, bei denen die Technologie eingesetzt werde und stabil sei.
RWE Powerline war 2001 als erster der deutschen Stromkonzerne mit dem Internet via Steckdose in den Städten Essen und Mülheim an den Start gegangen. RWE gab damals als Ziel aus, bis Ende 2004 zehn Prozent seiner drei Millionen Kunden für Powerline zu gewinnen. Bis Ende 2002 sollten es bereits 120.000 Kunden sein.