Interview: Spiele im interaktiven Werbeeinsatz - DER SPIEGEL
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Interview Spiele im interaktiven Werbeeinsatz

Sigrid Hinterwinkler ist "Gruppenleiterin Mediaplanung" bei Plan.net in München, einer auf interaktive Werbung spezialisierten "Media-Agentur". Media-Agenturen sorgen dafür, dass die Werbegelder eines Auftraggebers möglichst effektiv auf verschiedene Werbeträger verteilt werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL ONLINE:

Was für einen Stellenwert genießt Werbung in digitalen Medien heute?

Sigrid Hinterwinkler: Einen immer größeren: Die Phase, in der man bei den Unternehmen Überzeugungsarbeit leisten musste, ist vorbei. Inzwischen kommen immer häufiger Anfragen von Kunden, die mit ihrer Werbung ins Internet wollen.

SPIEGEL ONLINE: Kann man das beziffern, auch im Verhältnis zu den klassischen Medien?

Hinterwinkler: Nein, das ist auch sehr abhängig von den verschiedenen Kunden. Nehmen sie zum Beispiel die Onlinebanken. Die investieren 80 Prozent ihres Werbeetats in digitalen Medien, während Industrieunternehmen oft nur einen sehr kleinen Teil ihre Budgets dafür reservieren. Es ist auch sehr Zielabhängig: Reine Imagewerbung halte ich im Internet für schwierig.

SPIEGEL ONLINE: Und doch gelingt sie manchmal, wie Werbespiele wie derzeit die "Moorhuhnjagd" zeigen ...

Hinterwinkler: Ja, aber solche Sachen können immer nur zusätzliche Werbegimmicks sein. Darauf lässt sich in der Regel keine Werbekampagne gründen. Immerhin kommt es zu einem positiven Imagetransfer, wenn so etwas gut gemacht ist.

SPIEGEL ONLINE: Steigt die Nachfrage nach spielerischer Werbung?

Hinterwinkler: Eindeutig ja, obwohl sie immer schon da war. Viele Werbekunden sehen, was heute möglich ist und wünschen sich zum Beispiel Werbebanner, die über Zusatzprogramme wie Flash spielerische Elemente enthalten. Das Problem lag in der Vergangenheit eher auf Seiten der Werbeträger: Die konnten oft solche anspruchsvolleren Anwendungen nicht ins Netz stellen, oder sie konnten dann die Klicks nicht mehr zählen. Wenn die Leistungskontrolle fehlt, ist für uns die Werbung auch relativ wenig wert.

SPIEGEL ONLINE: Und wie sieht das mit der Nachfrage nach Internet-Werbung im Allgemeinen aus?

Hinterwinkler: Als unsere Agentur 1996 gegründet wurde, waren wir drei Leute. Heute sind wir rund 50.

SPIEGEL ONLINE: Gibt es ein Rezept für effektive interaktive Werbung?

Hinterwinkler: Nein, am Ende zählen nur zwei Dinge: Wie gut ist der Werbeträger und wie gut ist eine Werbung gemacht? Egal ob Banner, Website oder Spiel. Man kann auch richtig langweilige interaktive Banner mit Shockwave-Applets produzieren. Gestalt und Inhalt zählen.

Das Interview führte Frank Patalong