Iridium Satelliten-Handy, ade?
Chicago - Dem Satelliten-Netzbetreiber Iridium droht womöglich das Ende. Iridium könnte schon bald der Liquidation gegenüberstehen, warnte der Anteilseigner Motorola bei der Veröffentlichung seiner Vierteljahresbilanz am Mittwoch. Motorola hoffe zwar, daß die Liquidation verhindert werden könne, erklärte Motorola-Präsident Christopher Growney. Er unterstrich aber, sein Unternehmen werde nicht weiter in Iridium investieren, wenn sich andere Anteilseigner nicht auch an der Rettung des angeschlagenen Netzbetreibers beteiligen wollten.
Obwohl Motorola mit einem Gewinn von 273 Millionen Dollar einen überraschend positiven Abschluß für das zweite Quartal präsentieren konnte, fiel nach der Ankündigung der drohenden Pleite Iridiums auch die Motorola-Aktie deutlich. Der Hersteller von Mikrochips und Mobiltelefonen hält mit 18 Prozent die größte Beteiligung an dem Netzbetreiber. Nach eigenen Angaben hat Motorola insgesamt 2,2 Milliarden Dollar in Iridium investiert.
Iridium zeigte sich von der Äußerung Motorolas irritiert. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, Iridium würde mit seinen Gläubigern an einer Neuorganisation der Schulden arbeiten. Eine Liquidation habe man aber nicht in Erwägung gezogen. Die Kreditgeber haben dem Unternehmen schon wiederholt neue Fristen für Kredite in Höhe von 800 Millionen Dollar eingeräumt. Der zuletzt vereinbarte Aufschub läuft am 11. August ab.
Iridium hatte bislang Schwierigkeiten, Kunden für das kostspielige Satelliten-Netz zu begeistern. Kritiker erklären die mangelnde Popularität mit den unhandlichen Satelliten-Handys. Außerdem funktionieren die Geräte nur im Freien, weil sie auf eine direkte Verbindung zu den Satelliten angewiesen sind.