iriver MP3-Player mit Foto-Kapazität
Nein, keine Frage, es gibt Gemeinsamkeiten: Wie bei Apple läuft die Bedienung des H10 über ein Touchpad mit Tippfunktion. Wie bei Apples iPod Photo soll das Gerät zwei Teilmärkte bedienen - und wie bei Apple tut das auch der iriver nur unvollständig. Denn so bequem der Dateitransfer von Player zu Computer und zurück auch sein mag, warum eigentlich kann man weder iPod noch H10 direkt mit einer Kamera verbinden?
Das wäre für irivers neues Spitzenmodell ein Verkaufsargument gewesen, das weit schwerer gewogen hätte als die Tatsache, dass im H10 auch noch ein Radio verbaut ist. Und zwar nicht einfach nur so nebenbei, als Alternative zum MP3-Bestand - nein, auch als seine Quelle. Denn der iriver vermag Radiosendungen aufzuzeichnen und als MP3 zu speichern: Das ist pfiffig.
Davon ab bietet er alles, was man von einem immerhin 299 Euro teuren Player erwarten darf, und obendrauf ein paar Bonbons: Fünf GB Speicherplatz würden den meisten Usern sogar im PC noch reichen, 96 Gramm Gewicht und Maße, die etwa einem Zigarettenpäckchen entsprechen, liegen im grünen Bereich. Ein eingebautes Mikro wandelt den H10 zum Diktiergerät mit bis zu 45 Stunden Kapazität um. Nicht mitgeliefert wird eine Line-in-Dockingstation, die auch Aufnahmen aus anderen Quellen (wie der Stereoanlage) ermöglicht.
Neben Musik und Fotos kann das 1,5 Zoll-Display auch Texte inklusive eBooks darstellen - das ist wie Lesen auf dem Handy-Display. Vom Design her spricht iriver mit seinen sanften Rundungen und seinen chromigen Farben eher die Metallic-Fraktion an.
Einen großen Unterschied gibt es jedoch zum Apple-Konzept: iriver hat sein Gerät an keine spezifische Software gebunden. Der H10 meldet sich gegenüber dem Windows-PC über die USB-Schnittstelle als externer Festspeicher an, Dateien lassen sich dann per Maus verschieben. Es gibt allerdings eine Auto-Sync-Funktion, über die Datenbestände zwischen PC und H10 abgeglichen werden können.
Nicht nur iriver hofft darauf, dass der H10 Apples iPods ein wenig Konkurrenz machen wird: Bill Gates persönlich stellte das Gerät auf der letzten CES als Prototyp vor, und Napster vertreibt es in den USA rabattiert für Abonnenten seines Musikdienstes. Um in Sachen Marktanteil gegenüber dem iPod punkten zu können, hätte iriver aber noch einiges aufzuholen: Mittlerweile besitzt jeder zehnte volljährige Amerikaner einen iPod, behauptet Apple.
In ersten Tests wurde das H10 als überwiegend gut bewertet, Kritik ernteten vor allem (wie so oft) die mitgelieferten Kopfhörer: Wer das Optimum aus dem H10 herausholen wollte, müsste da noch einmal drauflegen.