IT-Arbeitsmarkt Entspannung ja, Entwarnung nein
München - Trotz voller Auftragsbücher ist die Zahl der Beschäftigten in der IT-Branche zuletzt nur noch um rund drei Prozent gestiegen. Dies hat eine jetzt veröffentlichte Umfrage des ifo-Instituts ergeben. Der Zuwachs habe sich damit, so die Forscher, etwas verlangsamt. Waren es in der Vergangenheit vor allem die mittleren bis größeren Unternehmen, die gute Beschäftigungschancen geboten haben, seien die Informatiker nun bei den kleineren Unternehmen mit einem Umsatz bis zu fünf Millionen Mark sehr begehrt.
Der Höhepunkt der Personalknappheit ist allerdings überschritten. Besonders die Umstellung auf den Euro und die Bewältigung des Jahr-2000-Problems habe hierzu beigetragen. Die Ergebnisse der Umfrage signalisieren laut ifo eine leichte Entspannung. Der Mangel an Fachkräften sei jedoch weiterhin sehr hoch. So habe jeder zweite Dienstleister seinen Mangel an Fachkräften als geschäftshemmend bezeichnet.
Auch wenn nicht mehr so viel Personal eingestellt wird: Die Mehrheit der befragten Unternehmen spricht von einem zuletzt glänzenden Geschäftsverlauf. Das Geschäftsklima habe sich im dritten Quartal 1999 zwar zum ersten Mal seit über einem Jahr etwas verschlechtert, sei aber weiterhin besser als 1998. Vor allem der Software-Markt entwickele sich nach wie vor sehr dynamisch. So prophezeit ifo für 2000 in diesem Bereich zweistellige Zuwachsraten.
Fast zwei Drittel der von ifo befragten 379 Unternehmen habe die Entwicklung als gut, ein Drittel als befriedigend und nur drei Prozent als schlecht bezeichnet. Insbesondere die Projekte zur Euro- und Jahr-2000-Umstellung hätten die Entwicklung beflügelt. Hoch zufrieden zeigten sich dem Institut zufolge vor allem die größeren Dienstleister. Sie bezeichneten Umsätze, Nachfrage und Personal nach wie vor als sehr positiv.
Auch die Stimmung bei den ostdeutschen Anbietern habe sich kontinuierlich verbessert und sei im dritten Quartal 1999 besser als in den alten Bundesländern gewesen. Trotz Schwankungen habe die Nachfrage bis zum Herbst spürbar zugenommen.