iTunes Apple will keine Informationen speichern
Die Entdeckung, dass die neue Version der iTunes-Software Informationen darüber, welche Musik der Nutzer gerade spielt, an einen Server bei Apple überträgt, hat einigen Staub aufgewirbelt. Mit solchen in Hinsicht auf den Datenschutz bedenklichen "phone home"-Funktionen hatte sich einst Microsoft mächtig unbeliebt gemacht - für Apple-Anhänger bekanntlich das absolute Gegenbild zur "Appleigkeit". Das nun auch die Guten aus Cupertino sich solcher Methoden erkecken, trifft manchen Fan hart.
>Alles halb so wild, beschwichtigte da schnell ein nicht identifizierter Firmensprecher gegenüber der "PC World" - und schneller noch verbreitete sich das Gerücht, dieser Sprecher sei niemand anderes als Steve Jobs persönlich. Will heißen: Wenn der das sagt, dann muss das wahr sein, denn "his Steveness" (etwa: "seine Stevigkeit") gilt als Messias der Apple-Gemeinde - und an dem zweifelt man nicht.
Bei dem so genannten "MiniStore feature", erklärt nun die "Macworld", handele es sich um ein reine Waren-Empfehlungsmethode, wie sie zum Beispiel auch von Amazon und anderen Händlern eingesetzt werden ("Wer dieses Buch kaufte, interessierte sich auch für..."). Wörtlich heißt es in dem Artikel, der nach dem Anruf des nicht indentifizierten Sprechers "auf den neuesten Stand gebracht wurde": "Um das zu können, muss der Music Store offensichtlich wissen, was man sich gerade anhört. Er bekommt diese Information jedes Mal, wenn man ein Lied per Doppelklick aufruft."
Und zwar tatsächlich ohne, dass der Nutzer zuvor sein Einverständnis abgegeben hätte, betont die "Macworld". Obwohl, wie Experten inzwischen bestätigen, das "phone home"-Feature leicht zu deaktivieren ist, ist die Verstimmung groß in Apple-Land.
Hier die Anleitung: Auf dem Mac reicht die Tastenkombination "Shift-Command-M", deaktivieren lässt sich das feature auch über das Bearbeiten-Menü: Minstore deaktivieren - und fort ist der Spuk.
McNealys Visionen: iPods Ende
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Fort, glaubt derweil der bekennende Apple-Fan Scott McNealy, hauptberuflich Chef von Sun Microsystems, könnte bald auch der iPod sein. Die Zeit des erfolgreichsten Music-Players gehe ihrem Ende entgegen, glaubt McNealy, denn in fünf Jahren sei Musik noch weniger als heute an einen Speicherort gebunden. In den Netzen, sagt der Sun-Chef voraus, werden wir alle unsere Musik speichern, und sie gerade da abrufen, wo wir uns jeweils befinden.
Scott McNealy: "Dein iPod ist wie ein Anrufbeantworter. Es ist eine vergängliches Konzept. Es wird hart, noch eine Menge iPods zu verkaufen wenn in fünf Jahren jedes Handy in der Lage sein wird, die persönliche Musikbibliothek abzugreifen, wo man auch gerade ist."
Dass Steve Jobs ob solcher Prophezeiungen der Angstschweiß auf die Stirn tritt, braucht man derweil kaum zu fürchten. Apple hat im letzten Weihnachtsgeschäft mehr iPods abgesetzt als je zuvor, und zudem kennt er McNealys Steckenpferde: Seit Mitte der Neunziger prophezeit McNealy in regelmäßigen Abständen das Kommen der "Server-based-Applications".
McNealys Vision der technologischen Zukunft geht davon aus, dass über das Netz angesteuerte Dienstprogramme und Datenbestände Betriebssysteme, autonome PCs und feste "Datenverarbeitungs-Orte" ersetzen werden. Eine naheliegende Vision, wenn man Chef von Sun ist: Genau für solche Zwecke ließ Sun einst Java entwickeln. Natürlich hofft McNealy, dass sein Unternehmen mit Servern und Software an vorderster Front dabei sein wird, wenn es soweit kommt.
Oder sollte man sagen falls?
Frank Patalong