Jahrtausend-Auktionen Wer will Year20001.com?
Der Traum vom ganz großen Geld: für Peter de Jager und die texanische Firma Tenagra währte er nur kurz. Zwar erzielte die Domain Year2000.com , die den beiden bislang gehörte, bei einer Versteigerung im Internet einen Rekordpreis. Die Gebote waren allerdings, wie das Internet-Auktionshaus eBay mitteilte, zum größten Teil nicht ernst gemeint.
Laut eBay-Sprecher Kevin Pursglove konnte der Zehn-Millionen-Dollar-Bieter bislang nicht erreicht werden. Nachdem zusätzlich sein Verhalten bei zurückliegenden Auktionen überprüft worden war, entschied das Auktionshaus, dass es sich bei dem Gebot wohl um einen Schwindel handeln müsse. Auch die Gebote mit der zweit- und dritthöchsten Summe sind verpufft. Eines war ebenfalls nicht ernst gemeint, das andere wurde zurückgezogen.
Mit leeren Händen müssen de Jager und Tenagra trotzdem nicht dastehen: eBay-Verantwortliche gehen mittlerweile davon aus, dass zumindest das vierthöchste Gebot, immerhin 2,1 Millionen Dollar, ernst gemeint ist. Ein neuer Rekord für Domain-Preise wäre damit zwar nicht erreicht; für eine Domain mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr kann sich der Preis aber durchaus sehen lassen.
In den USA hat die Year2000.com-Versteigerung mittlerweile zahlreiche Nachahmer gefunden. So sind allein bei eBay solch exotische Domains wie wwwyear2000.org oder Year20001.com im Angebot - bislang allerdings ohne großen Erfolg.
Auch in Deutschland versuchen die Besitzer der Domain Jahr2000.de jetzt Kasse zu machen. "Der Käufer erhält einen sehr effektvollen Namen, der in seiner Nutzung nicht nur auf die nächsten zwölf Monate beschränkt ist", meint Domain-Inhaber Thomas Cybulski. Am Mittwochnachmittag waren bei eBay für Jahr2000.com zwar schon mehr als 50 Gebote eingegangen. Der Preis lag mit rund 2000 Mark allerdings noch weit unter der Vorlage aus den USA.
Derweil werden rund um den Globus Krisenstäbe aufgelöst und Computer-Experten nach Hause geschickt. In Washington ließ die US-Regierung verlauten, sie habe den Jahr-2000-Bug "zerquetscht". In Zürich wurde das Lagezentrum der Schweizer Banken aufgelöst. Und Japan hat die fernöstliche Zurückhaltung beiseite gelegt und den "Sieg über das Jahr 2000" erklärt.