Kamera-Superlative Richtig dicke Dinger
Im Vorfeld der Photokina versuchen die Hersteller, mit ihren Produktneuerungen der letzten Monate zu punkten. Andere preschen vor und präsentieren ihre echten Neuigkeiten bereits Tage vor der großen Novitäten-Show am 27. September. Das Ziel ist immer das Gleiche: Im überbordenden Wust der Neugeräte Aufmerksamkeit zu ernten. Ganz leicht ist das nicht.
Außer, man zieht wie Nikon mit der D2X eine digitale Spiegelreflexkamera aus dem Sack, die mit 12,4 Millionen Pixeln punkten kann.
Von sowas träumt der Amateur und der Profi freut sich: so eine Auflösung reicht aus, Tischdecken mit Digitalbildern zu bedrucken. Da die Nikon es zudem auf 5 Bilder pro Sekunde bringt, dürfte sie auch für Pressefotografen interessant sein. Bei einer auf 6,8 Megapixel reduzierten Auflösung bringt es die Kamera sogar auf 8 Bilder pro Sekunde.
Verkauft wird der Pixel-Bolide voraussichtlich ab Januar 2005, aber man kann ja schon einmal anfangen zu sparen: Die Kamera soll immerhin 4999 Euro kosten.
Eigentlich ist "analog" da billiger: Eine Kamera mit vergleichbarer Leistung kostet aus dem gleichen Hause mit 1999 Euro deutlich weniger als die Hälfte. Doch der Analog-Markt bröckelt kräftig - auch wenn Nikon mit Geräten wie der ebenfalls zur Photokina vorgestellten F6 dagegen hält und den alten Stammmarkt weiter attraktiv bedient.
Die Leistungsdaten der analogen F6 ähneln denen der D2X, für die Highspeedversion mit 8 Bildern pro Sekunde muss man allerdings noch ein wenig drauflegen: dann kostet die Kamera 2299 Euro.
Mit Superlativen anderer Art trommelt JVC. Dass Digitalkameras auch kurze Filmchen ermöglichen, ist ja längst Standard, doch mit der "Everio"-Baureihe will JVC mehr als das: Die Kameras sollen echte Film-/Foto-Hybriden sein.
Möglich macht das ein ganz besonders "dickes" Speichermedium. Die kleinen Knipsen kommen ab Werk mit einem Microdrive-Speicher von 4 GB Größe daher - was bei der Bildauflösung von 2 Megapixeln rund 5500 Fotos möglich macht oder rund eine Stunde Film im Mpeg2-Format.
Am Start hat JVC gleich zwei dieser "Digital Media Cameras", die sich zwar im Design unterscheiden, technisch jedoch identisch sind. Die GZ-MC100 ist dabei gerade einmal so groß wie ein Mobiltelefon, die GZ-MC200 etwa so groß wie ein PDA. Ausgerüstet sind die Kameras mit einem optischen 10-fach Zoom plus Digitalzoom, einem integrierten Blitz und einem kleinen 1,8-Zoll-Bildschirm. Ganz billig ist auch dieser Foro-/Filmspaß nicht: Die GZ-MC100 schlägt mit 1.199 Euro zu Buche, für die GZ-MC200 muss man noch einen Hunderter drauflegen.
Noch kleiner ist die Casio Exilim Card EX-S100. 3,2 Megapixel und 2,8-fach optischer Zoom klingen zunächst nicht toll - und doch ist die Casio eine Weltneuheit, die einige Aufmerksamkeit ernten sollte. Denn von sowas träumte weiland James Bond: Die Autofocus-Kamera ist ein Flachmännchen von gerade einmal Kreditkartengröße (88 x 57 x 16,7 mm), die es dank keramischer Linse trotzdem zu ungeahnter Bildqualität bringen soll.
Ab Werk ist die Kamera mit 9,3 MB Flash-Speicher ausgerüstet, den man natürlich aufrüsten kann. Punkten kann sie zudem in Sachen Geschwindigkeit: Binnen 1,4 Sekunden soll sie einsatzfähig sein, die Objektivauslösung folgt 0,01 Sekunden nach erfolgter Fokussierung auf den Klick. Ein 113-Gramm-Winzling für die Hemdtasche, die Casio mit Akku und Dockingstation, Anschlusskabel, Handtrageriemen sowie Software auf CD-ROM ausliefert. Preis: 399 Euro, lieferbar ab Oktober.