Kampfjet-Daten Pentagon bestreitet Datenleck
Das US-Verteidigungsministerium und das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin dementieren, ihnen seien massenweise Daten über den neuen US-Kampfjet F-35 gestohlen worden. Ihm seien keine konkreten Erkenntnisse über ein solches Datenleck bekannt, sagte Ministeriumssprecher Bryan Whitman am Dienstag. Anderslautende Berichte über einen erfolgreichen Cyber-Angriff seien falsch.
Der Grund für die Aufregung ist ein Artikel, den das "Wall Street Journal" am Dienstag veröffentlicht hatte. Das Blatt hatte unter Berufung auf ehemalige und noch amtierende Regierungsbeamte berichtet, dass Hacker große Mengen an Informationen über das Kampfflugzeug F-35 abgeschöpft hätten. Demnach seien mehrere Terabyte an Unterlagen, beispielsweise über die hochentwickelte Elektronik des Flugzeugs, entwendet worden. In die Entwicklung des Mehrzweck-Kampfjets investieren die acht beteiligten Staaten nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters insgesamt 300 Milliarden Dollar.
Im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz erklärte Lockheed-Martin-Finanzchef Bruce Tanner: "Wir glauben, dass die Darstellung des Wall Street Journal, es habe erfolgreiche Cyber-Attacken auf das F-35-Programm gegeben, nicht korrekt ist. So weit wir wissen, sind geheime Daten nie kompromittiert worden."
Das "Wall Street Journal" steht zu seiner Story
Tanner wies allerdings darauf hin, dass die Computernetze von Lockheed Martin, ebenso wie die der US-Regierung, permanent von außen angegriffen würden. Das Unternehmen habe aber "stringente Maßnahmen ergriffen, um solche Angriffe aufzuspüren und zu bekämpfen." Das Pentagon hingegen erklärte, es werde keinen Kommentar zu "angeblichen oder tatsächlichen Cyber-Infiltrationen, potentielle Auswirkungen auf Aktivitäten des Verteidigungsministeriums oder mögliche Ermittlungen" abgeben.
Das Defence Science Board, ein Beratergremium des Pentagon, hatte das Verteidigungsministerium erst vor kurzem darauf hingewiesen, dass der US-Militärapparat derzeit noch nicht hinreichend für die Abwehr von Cyber-Angriffen gewappnet sei. Aufgrund dessen, schloss der Bericht, sei die nationale Sicherheit eindeutig durch Cyber-Angriffe gefährdet.
Das "Wall Street Journal" hält, ungeachtet des Pentagon-Dementis, an seiner Darstellung über das Eindringen von Hackern in Regierungsnetzwerke sowie den Diebstahl der brisanten Konstruktionsdaten fest, erklärte Unternehmenssprecher Robert Christie.