KaZaA: Und wieder ist der Wurm drin - DER SPIEGEL
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KaZaA Und wieder ist der Wurm drin

Musik zu tauschen macht derzeit nicht so richtig glücklich: Immer häufiger stößt man auf - wahrscheinlich von der Industrie lancierten - Datenmüll, und mit W32/KWBot-A kursiert bereits das neunte Virus, das auf die KaZaA-Börse zielt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

KWBot-A ist bereits die zweite Version eines erstmals Mitte Juni aufgetauchten Virus, der ganz spezifisch auf eine Verteilung über P2P-Börsen zielt. Sophos berichtet, dass das Virus bei KaZaA bereits etliche Male aufgetaucht sei.

Im Gegensatz zu den ersten P2P-spezifischen Viren handelt es sich bei KWBot nicht mehr um einen "Warnschuss": Das Virus ist ein klassischer Trojaner, der einem Eindringling die virtuelle Tür aufhält, um die Kontrolle über einen Rechner zu übernehmen, dort Schaden zu verursachen oder ihn als Sprungbrett beispielsweise für eine Denial-of-Service-Attacke zu nutzen.

Das Virus macht sich dem User durch eine attraktive Namensgebung schmackhaft, kursiert unter einer Vielzahl von Filenames, die alle begehrte Programme vermuten lassen. Sophos nennt als mögliche Dateinamen die folgende Liste:

    Star Wars Episode 2 - Attack of the Clones VCD CD1.exe
    Spiderman The Movie - The Game.exe
    Grand Theft Auto 3 CD1 ISO.exe
    ZoneAlarm Firewall Pro.exe
    Windows XP Professional iso.exe
    Unreal Tournament cracked (works on all servers).exe
    University Study Guide (cheat sheet).exe
    Quicken Pro 2002 iso.exe
    Perl Ultimate Study Guide.exe
    Office XP Corporate Ed. iso.exe
    Norton Utilities 2002.exe
    Microsoft Visual C++ 7.0 iso.exe
    MCSE Ultimate Study Guide.exe
    Max Payne full iso.exe
    Macromedia Flash 5.exe
    Kazaa Advertisement Ad remover.exe
    DSL Anonymizer.exe
    DoS Attacker.exe
    DivX Codec 6.0 beta (codec only).exe
    Credit Card number generator VERIFIER (cc cc#).exe
    cows gone wild.exe
    100 XXX Passwords (verified 3-24-02).exe

Nach Download und Aktivierung des Programms kopiert sich das Virus als "explorer32.exe" in den Windows-Systemordner und sorgt durch einen entsprechenden Eintrag in den Registries dafür, dass es bei jedem Neustart aufgerufen wird. Seine Befehle bekommt das Virus anscheinend über den IRC, der als Einfalltor für den Programmierer des Trojaners herhält. Bisher ist nicht bekannt, ob die so entstehende Sicherheitslücke in böswilliger Form ausgenutzt wurde, oder ob das Virus einfach "leer läuft" und sich verbreitet.

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