Kommerz-Napster: "Nicht vor Oktober" - DER SPIEGEL
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Kommerz-Napster "Nicht vor Oktober"

Napster-Chef wäre ein Idealjob für manisch-depressive Charaktere: Auf jede Hoffnungsnachricht folgt die kalte Dusche. Gestern gelang Napster ein Deal mit 150 Indy-Plattenfirmen. Schön, aber die Plattform, die diese nutzen möchten, wird leider nicht rechtzeitig fertig.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London/Hamburg - Rund 150 unabhängige Musikunternehmen aus ganz Europa wollen ihre Titel künftig über Napster anbieten, sobald die bisher kostenlose Online-Tauschbörse in einen kostenpflichtigen Abo-Service ungewandelt worden ist. Das ist klasse für Napster - nur leider Zukunftsmusik. Der versprochene Stichtag war seit dem Frühjahr der 1. Juli - was auch in Hinblick auf den nach wie vor (äußerst ungünstig) laufenden Prozess wichtig gewesen wäre.

Doch nach Informationen der "Financial Times Deutschland" wird Napster voraussichtlich erst im Herbst zum kommerziellen Abo-Dienst für Musik mutieren. Zum ursprünglich genannten Starttermin im Juli werde lediglich ein so genannter Beta-Test mit einer beschränkten Zahl von Nutzern gestartet, schreibt die Zeitung. Erst wenn dieser erfolgreich laufe, solle Napster als Bezahldienst gestartet werden.

Und wenn nicht?

Eine Frage, die die Verantwortlichen geflissentlich ausblenden: Der Kommerz-Napster wird natürlich ein Erfolg - aber nicht vor Oktober. So lang werde die P2P-Börse wohl brauchen, im Betatest den Erfolg zu konstatieren.

Napster-Partner Berstelsmann habe sich zum Zeitplan nicht genau äußern wollen, heißt es in dem Bericht weiter.

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